Приветствие Посла России в ФРГ В.М.Гринина гостям вечера фонда «Семейные предприятия»

9 июня в Посольстве в преддверии открытия традиционного форума семейных предприятий ФРГ состоялось торжественное мероприятие фонда «Семейные предприятия». Посол России в ФРГ В.М.Гринин обратился к гостям Посольства с приветствием на немецком языке:

Sehr geehrte Mitglieder der Stiftung Familienunternehmen,

Sehr geehrte Abgeordnete der Staatsduma der Russischen Föderation und des deutschen Bundestages,

Sehr geehrter Herr Hennerkes,

Sehr geehrter Herr Platzeck,

Уважаемый г-н Браверман,

Meine Damen und Herren,

heute habe ich die Ehre, alle Anwesenden im Vorfeld des turnusmäßigen Tags der deutschen Familienunternehmen zu begrüßen. Es geht um eine Veranstaltung, die die Rolle und Bedeutung dieses eines der einflussreichsten Geschäftssegmente für die Wirtschaft Deutschlands demonstriert. 3 Tage lang werden Sie Ihre Meinungen austauschen, Ihre Positionen zu den aktuellsten Fragen des Geschäftslebens, der Wirtschaftspolitik im In- und Ausland vergleichen. Natürlich hat diese wichtige Tätigkeit eine besondere Relevanz für die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, sowohl im politischen, als auch im wirtschaftlichen Sinne.

Ich muss gestehen, dass es uns ein großes Vergnügen und eine besondere Freude sind, den Startschuss für die Tagung Ihres renommierten Forums in der Botschaft Russlands zu geben.

Unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Wetterlage in den internationalen Beziehungen hat dieser Schritt, aus meiner Sicht, eine große Bedeutung. In seinem Kern ist dieser Schritt weise.

Für uns ist das, wenn Sie wollen, eine weitere Bestätigung, dass deutsche Unternehmer trotz des „politischen Unwetters“ nach wie vor konstruktiv mit Russland und in Russland arbeiten wollen. Dies trägt im Ganzen zur Klimaverbesserung bei. Viele von Ihnen agieren auch weiterhin in Russland. Kennzeichnend ist, dass die meisten deutschen Unternehmen trotz gewisser Schwierigkeiten auf unserem Markt geblieben sind. Einige von ihnen wollen laut Umfragen auch neue Investitionen bei uns tätigen.

Die materiellen Verluste in unseren Wirtschaftsbeziehungen sind in den letzten Jahren wirklich sehr groß.

Nach dem Rekordjahr 2012 mit ungefähr 80 Mrd. sank das gegenseitige Handelsvolumen zwischen Russland und Deutschland auf 67,6 Mlrd. Euro, im Jahr 2015 — auf 51,5 Mrd. Euro. Im Jahr 2016 hält die negative Dynamik leider an. Die Schrumpfung im deutsch-russischen Handelsvolumen betrug im ersten Quartal d.J. 10,6 Prozent.

Besonders große Auswirkungen brachte diese Situation für die Exportbranchen Deutschlands. Die Lieferungen nach Russland im Bereich des Maschinenbaus sind 2015 um 27% zurückgegangen, um ein Drittel schrumpften die Ausfuhren der deutschen Autoindustrie nach Russland.

In der letzten Zeit wird viel darüber gesprochen, dass China für Russland zum wirtschaftlichen Schwerpunkt wird. Wir entwickelten und entwickeln in der Tat enge Kooperationsverbindungen mit Peking, auch im Rahmen der transkontinentalen Initiative der Seidenstraße. Da wir zu allen Seiten nach wie vor offen bleiben. Aber wenn das Land an einer bestimmten Stelle in die Enge getrieben wird, dann müssen wir natürlich die dadurch entstehenden Verluste irgendwie kompensieren. Nichtsdestotrotz setzen wir auf die Entwicklung der Zusammenarbeit mit Deutschland und der EU, denn mit ihnen sind wie zuvor unsere Interessen im Bereich der Wirtschaftsmodernisierung und des Technologietransfers verbunden.

In diesem Zusammenhang möchte ich eine weitere Täuschung beheben. Wie wir aus den Umfragen wissen, neigen 44 Prozent der Unternehmer dazu, die neue Wirtschaftspolitik Russlands sowie die Importsubstitionsprogramme als Risiko für deren Tätigkeit zu betrachten. Ich möchte noch einmal betonen – wir möchten unseren Markt keinesfalls schließen und haben es auch nicht vor. Es geht um ein existentielles Wiederaufleben der Industrie.

Dank dem neuen Gesetz „Über die Industriepolitik Russlands“ bieten sich heute große Chancen, unter anderem, für ausländische Investitionen in den russischen Industriesektor. Einer der wichtigsten Mechanismen ist die schrittweise Lokalisierung unter Zuordnung vom Status „nationaler Hersteller“. Im Rahmen des bevorstehenden Petersburger Wirtschaftsforums wird geplant, mit Klaas das erste Sonderinvestitionsabkommen solcher art zu unterzeichnen.

Erlauben Sie mir, auf einen weiteren Aspekt einzugehen, der für unsere Zusammenarbeit wichtig ist. Es ist ihnen wohl bekannt, dass die Bildung der Eurasischen Wirtschaftsunion fortgesetzt wird.

Aus praktischer Sicht bedeutet das, dass die in Russland agierenden deutschen Investoren, gleichzeitig die Möglichkeit bekommen, ungehindert in die Märkte der Mitgliedstaaten der Wirtschaftsunion einzutreten – und das sind über 180 Millionen Verbraucher.

Auf dem jüngsten Gipfel der Eurasischen Wirtschaftsunion in Astana wurde diese These nochmals bestätigt. Der Präsident Russlands Wladimir Putin gab in seinem Vortrag eindeutig zu verstehen, dass die aktuelle Tagesordnung der Union in der Konzentration von Bemühungen besteht, die Verbindungen zu anderen Ländern und Integrationsvereinigungen zu vertiefen.

Bemerkenswert ist, dass selbst auf dem Höhepunkt der Sanktionen wir mit Ihnen einige signifikante Projekte starten konnten. Im Jahr 2015 wurde in Sankt Petersburg ein hochtechnologisches Gasturbinenwerk von Siemens und dem russischen Unternehmen Силовые машины eröffnet, in der Region Samara entstand eine Bosch-Fabrik für den Bau von ABS- und ESP-Systemen, in Kaluga wurde ein Motorenwerk von Volkswagen und in Uljanowsk — eine Werkzeugmaschinenfabrik des deutschjapanischen Konzerns DMG-Mori Seiki in Betrieb genommen, in Krasnodar eröffnete Klaas eine Produktionsstätte für Landtechnik.

Meine ganz besonderen Dankesworte gelten heute den deutschen Geschäftsleuten, Unternehmen, Vereinigungen, die in dieser Zeit unermüdlich von der Notwendigkeit einer Rückkehr zu normalen Geschäftsbeziehungen gesprochen haben.

Wir sind bereit, unser besonderes Augenmerk auf die Anlockung von klein- und mittelständischen Unternehmen nach Russland zu richten. Davon sprach im Laufe des Russlandtages in Rostock am 25. Mai d.J. der Industrie- und Handelsminister Russlands Denis Manturow. Dies bestätigte auch der Minister für Wirtschaftsentwicklung der Russischen Föderation Aleksej Uljukaew vor einigen Tagen bei seinem Arbeitsbesuch in Baden-Württemberg.

Denn gerade in der Entwicklung des Mittelstands sehen wir die Gewähr der Stabilität unserer Wirtschaft. In diesem Sinne erweisen uns viele Mitglieder der Stiftung Familienunternehmen, die in Russland agieren, einen unschätzbaren Dienst, indem sie nicht nur Technologien, sondern auch die einmalige Kultur des deutschen Unternehmertums herbeibringen.

Mit viel Hoffnung warten wir auf die Wiederaufnahme einer vollständigen Tätigkeit der Hohen Arbeitsgruppe für strategische Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Finanzbereich, deren erste Tagung nach einer zweijährigen Pause in Berlin für den 24. Juni d.J. angesetzt ist.

Liebe Freunde, erlauben Sie mir, Ihnen viel Erfolg bei der Teilnahme am Tag der deutschen Familienunternehmen zu wünschen, aber auch selbstverständlich eine weitere Durchsetzung Ihrer wirtschaftlichen Projekte, viele von denen einen beträchtlichen Beitrag zur Wiederherstellung und Entwicklung eines fruchtbaren deutsch-russischen wirtschaftlichen Dialogs leisten.

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