Выступление Посла В.М.Гринина на памятных мероприятиях по случаю 70-летия встречи Красной Армии с армией США на Эльбе

25 апреля в г.Торгау на реке Эльбе прошли памятные мероприятия прошли в субботу  в честь 70-летия со дня встречи союзнических во Второй мировой войне советских и американских войск. В торжествах приняли участие российская и американская делегации, представители Казахстана, Белоруссии, Украины, участники исторических реконструкций из России, Белоруссии, Польши, Великобритании, а также около двух тысяч жителей и гостей города. Российскую делегацию возглавил Посол России в ФРГ В.М.Гринин, обратившийся к присутствующим с речью на немецком языке:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Tillich!

Sehr geehrter Herr Kollege Emerson!

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Staude!

Meine Damen und Herren!

Liebe Freunde!

Heute vor 70 Jahren trafen die Vorausabteilungen der 58-sowjetischen Schützendivision und der amerikanischen 69. Infanterie-Division am Elbe-Ufer zusammen. „East meets West“ — die Bilder der Verbrüderung zwischen amerikanischen und sowjetischen Soldaten gingen schon einige Stunden später um die ganze Welt.

Der Weg der Roten Armee an das Elbe-Ufer war lang. Sehr lang. Nur Kriegschroniken können uns eine vage Vorstellung davon bieten, was der sowjetische Soldat in den vier Jahren des Großen Vaterländischen Krieges zu erleben und zu erdulden hatte. Doch die Begegnung in Torgau war von freudiger und feierlicher Stimmung geprägt. Entlang der ganzen Kontaktlinie kam es zu Handschlägen und Umarmungen. Es trafen sich Waffenkameraden, die sich den Weg zum Sieg gebahnt haben. Der Traum, der bis vor kurzem so fern erschien, wurde Realität. Der Sieg und der Frieden waren zum Greifen nahe.

Doch dieser Sieg war nicht der einer militärischen Koalition über die andere. Das war auch nicht der Sieg über das deutsche Volk. Das war der Sieg der Menschlichkeit über die Barbarei. Der Freiheit über die Sklaverei. Des Lebens über den Tod. Dieser Sieg war Werk und Verdienst verschiedener Nationen, die sich zusammengetan haben, um der menschenverachtenden nationalsozialistischen Maschinerie ein Ende zu setzen.

Deshalb sind auch wir, internationale Vertreter, zusammengekommen, um in einer gemeinsamen Aktion, diesen Sieg zu feiern, all diejenigen zu würdigen, die diesen Sieg vor 70 Jahre erkämpften. Viele von ihnen mussten dafür mit eigenem Leben zahlen – an der Front oder in Kriegsgefangenschaft. Viele wurden auf grausame Weise vernichtet. In Konzentrationslagern oder unmittelbar in den Orten, wo Nationalsozialisten einrückten.

Unser Land war von diesem Vernichtungskrieg besonders betroffen. 27 Millionen Menschenleben kostete uns dieser Sieg. Alle Generationen von damals mussten ihre ganze Kraft aufbieten, um weiter bestehen zu können und ihren Nachkommen das Möglichsein einer Zukunft überhaupt sichern zu können.

Meine Damen und Herren, liebe Freunde!

Zwischen damals und heute liegen sieben Jahrzehnte. Doch diese vielen Jahrzehnte sind machtlos gegenüber dem Geist, durch den dieses Elbe-Ufer für immer gesegnet ist – den Geist der Brüderschaft und des Friedens. Dieser Geist schien damals den ganzen Globus zu erfassen. Denn während in Torgau an der Elbe russische und amerikanische Soldaten das Kriegsende feierten, eröffnete am 25. April in San Francisco eine Konferenz. Auf dieser sollte die Charta der Vereinten Nationen ausgearbeitet werden. Im Entstehen war eine Organisation, der im Rückblick auf Schrecken und Leiden des Zweiten Weltkriegs die große Vision vom gegenseitigen Respekt, Verständnis und Vertrauen zugrunde gelegt wurde.

Nicht immer hat diese im späteren Verlauf der Geschichte angemessene Umsetzung gefunden. Die einen Konfrontationslinien wurden verwischt, die anderen neu gezogen. Der große Traum vom internationalen Einvernehmen lebt aber weiter. Dessen Erfüllung anzustreben ist unsere Pflicht. Nicht nur der Kriegstoten willen, sondern auch und vor allem um der lebenden und nachkommenden Generationen willen. Die ganze Welt sieht sich derzeit gemeinsamen Herausforderungen gegenüber.

An dieser Stelle kann ich Sie versichern, dass in Russland nach wie vor ein großes Interesse am Ausbau der sicheren Zukunft in Kooperation mit den USA vorhanden ist. Genauso interessiert sind wir an der Weiterentwicklung des freundschaftlichen und partnerschaftlichen Verhältnisses zu Deutschland.

Es ist nicht zu übersehen, wie kompliziert die heutigen Zeiten sind. Dennoch hoffe ich, dass wir diese Phase überwinden können. Wir alle leben in einem Raum. Und in unserem Land, das vom Krieg so stark getroffen wurde, wünschen sich die Menschen, dass in diesem euroatlantischen Raum sich eine nachhaltige, gleiche und unteilbare Sicherheitsordnung etabliert und ein normales partnerschaftliches Verhältnis praktiziert wird.

Aus meiner Sicht gilt das für uns, die wir hier versammelt sind, in besonderer Weise. Denn wir sind Vertreter der Nationen, die im Kern eine Art Dreieck im diesem Raum bilden: USA – Russland – EU, in der Deutschland bekannterweise eine führende Rolle spielt.

Der Handschlag von Torgau ist uns allen ein Zeichen und eine Bestätigung dessen, wozu Menschen verschiedener Nationen in der Lage sind, wenn sie zusammenstehen. Das haben sie zwar nicht so deutlich verbalisiert. Doch diese Erkenntnis haben sie buchstäblich ausgestrahlt. In dem Bemühen um die Realisierung dieser Vision dürfen wir nicht nachlassen.

Daran müssen wir immer erinnern. Genauso wie an das andere Vermächtnis der Soldaten der Antihitler-Koalition, die sich damals an der Elbe getroffen haben: „Nie wieder Krieg“. Denn dann waren ihre Opfer nicht umsonst.

Ich danke Ihnen.

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