Touristische Höhepunkte

 

Moskau

MoskauMoskau ist eine wahre Riesenstadt: Ihre Nord-Süd-Ausdehnung beträgt über 40 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung mehr als 30 Kilometer.

In Moskau und seinen Vorstädten leben über 10 Millionen Menschen, damit steht die Stadt hinsichtlich der Einwohnerzahl an 5. Stelle in der Welt. Hinzu kommen täglich noch mehr als 1 Million Besucher, unter ihnen selbstverständlich auch Touristen. Wer geschäftlich nach Moskau reist oder sich auf der Durchreise befindet, ist bestrebt, sich 1-2 Tage länger in der Stadt aufzuhalten, um sie näher kennen zu lernen.

In Moskau gibt es 5 Flughäfen, 9 Bahnhöfe und 2 Flussbahnhöfe. Das Streckennetz der Moskauer U-Bahn – der Metro – ist über 260 Kilometer lang und umfasst mehr als 170 Stationen, zu denen ständig neue hinzukommen. Die Metrostationen, die zum Teil richtigen Palästen gleichen und zu den schönsten ihrer Art gehören, sind vor reichlich einem halben Jahrhundert entstanden: 1935 wurde die erste Linie eröffnet. Als schönste Stationen gelten die Stationen „Majakowskaja“ und „Komsomokkaja“.

Die Skyline Moskaus wird durch sieben Hochhäuser geprägt, die Ende der 40er -Anfang der 50er Jahre errichtet worden sind. Das bekannteste unter ihnen ist das Gebäude der Staatlichen Lomonossow-Universität auf den Sperlingsbergen. Die anderen Hochhäuser beherbergen das Außenministerium, Hotels, Büros und Wohnungen. Diese pompösen Moskauer Wolkenkratzer sind mit Turmspitzen und Skulpturen verziert und nach wie vor Gegenstand unterschiedlicher Einschätzungen. Freilich kann man sich Moskau heute ebenso wenig ohne diese Gebäude vorstellen wie etwa Paris ohne Eiffelturm.

Das berühmteste der mehreren Dutzend Moskauer Theater ist selbstverständlich das Bolschoi-Theater. Die Bekanntschaft mit dem klassischen russischen Ballett gehört zu jedem touristischen Programm. Großer Beliebtheit bei Einwohnern und Gästen Moskaus erfreuen sich auch die zwei Moskauer Zirkusse.

Eine Zierde der Stadt sind die Brücken über die Moskwa und deren Nebenfluss Jausa, vor allem abends, wenn sie effektvoll beleuchtet werden. Die längste unter ihnen ist mit 2 Kilometern die U-Bahn-Brücke in Lushniki, die kürzeste – sie führt über die Jausa – misst gerade einmal 20 Meter. In einigen Fällen wurden, als man Brücken durch modernere und breitere ersetzt hat, die alten mit Lastkähnen flussauf – bzw. flussabwärts transportiert, überdacht und zu Fußgängerbrücken umfunktioniert.

An Moskaus höchstgelegener Stelle, den Sperlingsbergen, gibt es eine Aussichtsplattform, von der aus man einen herrlichen Blick auf die hier einen großen Bogen beschreibende Moskwa und auf das überdachte Lushniki-Stadion hat, wo 1980 die Eröffnungs- und die Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele stattfand.

Moskau zählt über 60 Museen, die meisten Besucher haben der Kreml, das Puschkin-Museum für bildende Künste mit seiner einzigartigen Sammlung von Werken des Impressionismus und der Moderne sowie die Tretjakow – Galerie aufzuweisen.

Einst gab es in Moskau fast 500 russischorthodoxe Kirchen. Heute finden in etwa 150 Kirchen Gottesdienste statt, weitere 100 werden zur Zeit restauriert. Die beeindruckendsten Kirchen sind die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz, die wieder aufgebaute Erlöser-Kathedrale und die Kirchen des Neuen Klosters der Heiligen Jungfrau.

Seit Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts, hat sich Moskau zu einer modernen europäischen Hauptstadt zu entwickeln begonnen. Eine stürmische Bautätigkeit ist im Gange. Hunderte von Gebäuden werden renoviert, es entstehen neue Einkaufs-, Vergnügungs- und Geschäftszentren, Brücken und niveaufreie Straßenkreuzungen. Unlängst wurde eine riesige Vortriebsmaschine nach Moskau gebracht. Mit ihrer Hilfe war der Frankreich und Großbritannien verbindende Verkehrstunnel unterm Ärmelkanal angelegt worden, nunmehr soll sie in Moskau 2-3 Kilometer lange Autotunnel entstehen lassen.

Alljährlich werden in Moskau neue Nacht-Clubs, Kasinos und Restaurants eröffnet. Wie in jeder Metropole, so sind auch in Moskau die Küchen praktisch aller Länder vertreten. In erster Linie interessieren sich ausländische Gäste naturgemäß für die traditionellen russischen Gerichte – für Borschtsch, Bliny, Soljanka, Kulebjaki und Pelmeni – und selbstverständlich auch für schwarzen Kaviar.

Einen Besuch wert sind die zahllosen ehemaligen Herrensitze in Moskau und Umgebung, beispielsweise die von Marfino, Kuskowo, Ostankino und Archangelskoje. In Moskau nimmt auch eine interessante Route ihren Anfang, die durch altrussische Kleinstädte führt und die Bezeichnung „Goldener Ring“ trägt.

Goldener Ring

Goldener RingDer „Goldene Ring“ besteht aus mehr als zwanzig alten Städtchen, die nördlich und östlich von Moskau gelegen sind, und stellt die beliebteste touristische Route durch die russische Provinz dar. Steht einem wenig Zeit zur Verfügung, kann man ein- oder zweitägige Reisen nach den wichtigsten Orten des „Goldenen Rings“ – nach Sergijew Possad oder nach Wladimir und Susdal -unternehmen. Wer den „Goldenen Ring“ mit all seinen Orten kennen lernen will, benötigt dazu fast zwei Wochen.

Der „Goldene Ring“ verkörpert nicht nur Meisterwerke der Architektur und die Schönheit der mittelrussischen Landschaft, er bietet zudem die Möglichkeit, das gemächliche Leben der russischen Provinz kennen zu lernen, dem die Hast der großen Städte noch nichts hat anhaben können. In den Kleinstädten verwundert es beispielsweise niemand, wenn plötzlich auf der Hauptstraße eine Kuhherde den Autos den Weg versperrt.

Die Fahrt zu den Städten des „Goldenen Rings“ beginnt in Moskau. Die Busse fahren in Richtung Norden, die alte Jaroslawler Straße entlang. Etwa 70 Kilometer von Moskau entfernt liegt Sergijew Possad mit dem berühmten Dreifaltigkeits-Sergius-Kloster, das im 14. Jh. von Sergius von Radonesh gegründet worden ist, der bereits zu seinen Lebzeiten als Heiliger angesehen und später heilig gesprochen wurde. Lange Zeit ist Sergijew Possad Russlands geistliches Zentrum gewesen, eine Art russischer Vatikan. Hier befinden sich ein Männerkloster, ein Priesterseminar und ein Museum, das der Geschichte der russisch-orthodoxen Kirche gewidmet ist.

Mit Glockengeläut empfängt Susdal, der reizvollste Ort des „Goldenen Rings“, seine Besucher. Die einem großen Museum gleichende Stadt hat sich in den letzten zweieinhalb Jahrhunderten kaum verändert. Über 200 Architekturdenkmäler des vorigen Jahrtausends sind hier vorzufinden: der Kreml, Ladenreihen, mehrere Klöster, unzählige große und kleine Kirchen. Und überall wird Medowucha verkauft,

ein aus Honig gebrautes schwach alkoholhaltiges altrussisches Getränk, vergleichbar mit dem Met der alten Germanen.

Rostow Weliki ist die älteste Stadt der nordöstlichen Rus und wird erstmals 862 in der Chronik erwähnt. Die Stadt liegt an einem See namens Nero, was soviel wie Schlamm oder Sumpf bedeutet. Auf dem Grunde des Sees lagert eine 20 Meter dicke Schlammschicht, und verwendet wird dieser Schlamm als Düngemittel. Im Wasser des Sees spiegeln sich die Türme des Kremls von Rostow Weliki wider, der durch den weißen Kalkstein, aus dem er errichtet worden ist, beeindruckt.

Die Restaurants von Rostow Weliki bieten ihren Gästen eine unverfälschte russische Küche. Zu einem echt russischen Mahl gehören gebackener Fisch und Fisch in Aspik, mit Buchweizengrütze gefülltes Spanferkel, Wild, Bouillons und Suppen, unter anderem eine aus drei Arten Fisch, Geflügel und Safran zubereitete Fischsuppe, und vieles andere. Die Zierde der Tafel bildet ein riesiger Kurnik: eine Hefeteig-Pirogge mit einer Füllung aus Hühnerfleisch, Pilzen und Reis.

In Pereslawl-Salesski hat man den Eindruck, als gebe es hier mehr alte Kirchen als Hotels, Restaurants und Geschäfte. Der stille Pleschtschejewo-See, an dessen Ufer die Stadt gelegen ist, gilt als Wiege der russischen Flotte. Vor drei Jahrhunderten machte sich hier der junge Peter der Große mit den Anfangsgründen der Seefahrt bekannt. Das kleine Segelboot des Zaren ist wie durch ein Wunder erhalten geblieben und dient heute einem Museum als wichtigstes Exponat.

Im Pleschtschejewo-See ist die Zwergmaräne zu Hause, die offenbar während der Eiszeit zusammen mit Gletscherwasser aus dem Meer ins Süßwasser des Sees gelangt ist. Von den russischen Zaren sehr geschätzt, erhielt sie die Bezeichnung „Zarenhering“ und gelangte überdies ins Stadtwappen von Pereslawl-Salesski.

Am Ende unserer Rundreise gelangen wir nach Wladimir, dem einstigen Zentrum des Großfürstentums Wladimir-Susdal. Heute ist Wladimir eine bedeutende Industriestadt, dennoch lohnt ein Besuch, schon allein der erhalten gebliebenen Fresken des großen Ikonenmalers Andrej Rubljow in der Maria-Himmelfahrts-Kathedrale und des majestätischen Goldenen Tors wegen.

Einige Kilometer von Wladimir entfernt befindet sich die Kirche zu Maria Schutz und Fürbitte am Nerl, eine Perle der altrussischen Baukunst. Sie wurde im Jahre 1164 erbaut und steht auf einer sechs Meter hohen Aufschüttung inmitten von Wiesen am Zusammenfluss von Nerl und Kljasma. Eine Straße führt nicht zu dieser Kirche, man muss zwei Kilometer zu Fuß gehen, doch das ist ein überaus angenehmer Spaziergang. Wie es heißt, habe man im 18. Jh. versucht, das aus weißen Kalksteinquadern gefügte Gotteshaus abzureißen, da die Zahl der Kirchgänger erheblich zurückgegangen war.

Auf das Geheiß der Gottesmutter jedoch, der die Kirche geweiht ist, habe die vergoldete Kuppel plötzlich einen Sonnenstrahl so stark reflektiert, dass die mit dem Abriss betrauten Arbeiter erblindet seien. So sei die Kirche unversehrt geblieben.

Entlang des gesamten „Goldenen Rings“ liegen Ansiedlungen, in denen seit alters her Meister des Volkskunstgewerbes zu Hause sind. Bis heute werden in Gus-Chrustalny Kristallwaren hergestellt, in Palech hölzerne Schatullen mit Lackmalereien versehen, in Shostowo bunt bemalte Metalltabletts angefertigt, in Pawlow Possad große Wolltücher mit farbenfrohen Ornamenten gewoben, und in Rostow Weliki entsteht Emailleschmuck. Kaum ein Tourist dürfte der Versuchung widerstehen können, wenigstens eines der traditionellen russischen Volkskunsterzeugnisse zum Andenken an das ferne Land mitzunehmen.

Sankt Petersburg

Sankt PetersburgDie europäischste aller russischen Städte wird im Jahre 2003 dreihundert Jahre alt. Sankt Petersburg ist vom berühmtesten russischen Zaren, von Peter I. – Peter dem Großen -, gegründet worden und hat seinen Namen zu Ehren des Apostels Petrus (des Bewahrers des Himmelsschlüssels) erhalten, unter dessen Schutz der Zar selbst stand.

Auf dem Stadtwappen von Sankt Petersburg sind zwei gekreuzte Anker zu sehen: ein Fluss- und ein Seeanker. Peter I. war der Ansicht, dass Anker die Schlüssel zum Paradies seien, und Paradies sollte ursprünglich auch die Stadt heißen.

Venedig des Nordens, Nördliches Palmyra, Paradies, Stadt der weißen Nächte, Petropolis – so lauten die vielfältigen Bezeichnungen für die Stadt, die in diesen Breiten von keiner anderen an Größe übertroffen wird. Die meisten Russen nennen Petersburg einfach Piter. Von 1924 bis 1991 hieß die Stadt nach dem kommunistischen Führer Lenin Leningrad.

Sankt Petersburgs Entwicklung begann mit der Peter-Pauls-Festung, deren Grundstein am 16. Mai 1703 gelegt wurde. Dieser Tag gilt seitdem als Geburtstag der Stadt. Peter I. hatte für die Festung einen sehr günstigen Standort gewählt: eine kleine, 750 mal 360 Meter messende Insel an der breitesten Stelle der Newa, inmitten der Fahrrinnen. Die Finnen hatten die Insel Hasen-Insel genannt, die Schweden Fröhliches Land. Von nun an waren der Weg von der Ostsee bis tief in die russischen Lande hinein und die entstehende Stadt selbst durch die Festung zuverlässig vor Eroberern geschützt. Im Jahre 1736 nimmt eine Tradition ihren Anfang, die sich bis heute erhalten hat: Pünktlich um 12 Uhr mittags gibt ein Artilleriegeschütz der Peter-Pauls-Festung einen Schuss ab.

Der Stadt war von Anfang an beschieden, zur neuen russischen Hauptstadt bestimmt zu werden. Nachdem Peter der Große den Schweden Gebiete im Norden abgerungen und Newa-Mündung und Ostseeküste erreicht und damit – wie es Alexander Puschkin ausdrückte -ein Fenster nach Europa aufgetan hatte, beschloss er, die neue Stadt nach dem Vorbild von Amsterdam anzulegen. Eine der Inseln in der Newa, wo sich früher die Schiffswerft der Admiralität befand, heißt bis heute Neu-Holland. Tausende von Bauern und Handwerkern wurden aus allen Teilen Russlands in das gefährliche sumpfige Mündungsgebiet der Newa gebracht. Es wurden Dutzende von Kanälen angelegt sowie Brücken und Deiche errichtet. Aus Italien, Frankreich, Holland und Deutschland holte man sich die besten Baumeister, Bildhauer, Ingenieure und Maler. Dennoch erhielt die nördliche russische Hauptstadt unverwechselbare eigene Züge.

Sankt Petersburg zählt zu den schönsten Städten der Welt. Als 1918 die Hauptstadt Russlands nach Moskau zurückverlegt wurde, behielt Sankt Petersburg seinen Status einer zweiten Hauptstadt. Die Newa-Metropole hat heute 5 Millionen Bewohner. Die Petersburger stehen in dem Ruf, die am meisten intellektuellen Russen zu sein. Das hat vielleicht seine Ursache darin, dass sie im Grunde genommen in einem großen Museum zu Hause sind.

Eine Art Visitenkarte der Stadt sind auch die Weißen Nächte mit den hochgeklappten Newa-Brücken. Wer von Ende Mai bis Mitte Juli nach Sankt Petersburg kommt, kann 50 Nächte lang beobachten, wie die Sonne nur für kurze Zeit hinterm Horizont verschwindet, und bei Spaziergängen auf den zahllosen Uferstraßen das wundervolle Panorama der nächtlichen Stadt bewundern.

Fragt man sich, was man als das Wahrzeichen von Sankt Petersburg ansehen soll, so fallen einem verschiedenerlei Dinge ein: das auf dem Senatsplatz befindliche Reiterstandbild „Eherner Reiter“, das Peter den Großen als den Begründer der Stadt verkörpert, die Alexander-Säule auf dem Schlossplatz, die dem Sieg über Napoleon im Krieg von 1812—1814 gewidmet ist, die Turmspitze auf der Admiralität mit dem goldenen Schiff, die Rostralsäulen auf der Strelka, einer Landzunge der Wassili-Insel, die hochaufstrebende Turmspitze der Peter-Pauls-Festung oder das Ballett des berühmten Marientheaters. Eine einhellige Meinung zu dieser Frage gibt es nicht.

Sotschi

SotschiSotschi wird Russlands Sommerhauptstadt genannt. Die subtropische, einem Garten gleichende Stadt zieht sich fast 150 Kilometer weit an der Küste entlang. Zu Sotschi gehören die kleinen Badeorte Adler, Chosta, Mazesta, Dagomys und Lasarewskoje. In die mehr als 200 Heilstätten, Hotels und Ferienheime des 1898 entstandenen Schwarzmeerbads, das selbst über 300 000 Einwohner zählt, kommen alljährlich mindestens 3 Millionen Erholungsuchende. Das Stadtbild wird von Palmen, Agaven, Magnolien, Rotem Ahorn und zahlreichen Blumenbeeten geprägt. Berühmt ist das Sotschier Arboretum mit seinen über zweieinhalbtausend, aus vielen Ländern stammenden Bäumen und Sträuchern. En Park mit der Bezeichnung „Südliche Kulturen“ präsentiert die subtropische Flora. Empfehlenswert ist ein Spaziergang im Küstenpark „Riviera“. Wie in jedem Seebad gibt es auch in Sotschi alle Voraussetzungen für Tauchsport, Surfen, Wasserski, Yachtfahrten, Angeln und Unterwasserjagd.

Sotschi ist zudem ein bedeutendes Schlammheilbad und ein nicht minder wichtiger Klimakurort. Die Mineralquellen in den Tälern der Flüsse Mazesta, Agura und Chosta werden seit alters her für Heilzwecke genutzt. Hierher kamen seinerzeit schon die alten Römer, Athener und Byzantiner. Das Schwefel-, chlor- und natriumhaltige Wasser von Mazesta ist seit 1902 bekannt. Aus über 50 Brunnen stammt das heilkräftige Wasser, das für Bäder und zum Inhalieren verwendet sowie getrunken wird. Am bekanntesten an der Schwarzmeerküste ist das kohlensaure Mineralwasser von Tschwishepse. In den russischen Schwarzmeerheilstätten werden erfolgreich Erkrankungen von Magen-Darm- Trakt, Herz, Kreislaufund Nervensystem sowie Hautkrankheiten behandelt. Als Kurort, so heißt es, könne sich Sotschi durchaus mit Nizza oder San Remo messen. Das subtropische Seeklima, die reine, sauerstoffreiche Luft und die üppige Vegetation sind der Gesundheit überaus förderlich. Südlich der Stadt Tuapse reichen die Ausläufer des Großen Kaukasus bis dicht an die Küste heran. Besonders malerisch sind die Schluchten kleiner Gebirgsflüsschen mit zahlreichen Wasserfällen. Eine der schönsten Gegenden ist der Achschtyrski-Canon an der Msymta.

Auf einer durch Felsen führenden serpentinenreichen Bergstraße gelangt man in die Siedlung Krasnaja Poljana. Unterwegs besuchen Touristen gewöhnlich eine Forellenwirtschaft, wo sie angeln können, sowie eine Imkerei des in Krasnaja Poljana gelegenen größten Bienenzuchtbetriebs Europas. Krasnaja Poljana liegt 600 Meter über dem Meeresspiegel. In den letzten Jahren wird hier von der Regierung viel für die Entwicklung eines Wintersportzentrums getan. Die Voraussetzungen sind ideal: Schneereiche, milde Winter und zahlreiche Berghänge ziehen Sportler und Touristen an. Die wilde und majestätische Natur des Kaukasus ist wahrhaftig beeindruckend. Schon in der Umgebung von Krasnaja Poljana erreichen die mit ewigem Schnee bedeckten Berge Höhen von über 2000 Metern. Besonders wagehalsige Skiläufer lassen sich von Hubschraubern auf über den Wolken gelegenen Gipfeln absetzen. Krasnaja Poljana zieht aber auch zahlreiche Drachenflieger in seinen Bann. Auch von einem Heißluftballon kann man sich hier hoch hinauftragen lassen und die märchenhaft schöne Bergwelt bestaunen. Beliebt ist bei Touristen auch das Wildwasser-Rafting. Dabei gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, so dass sowohl erfahrene Sportler als auch Neulinge und Kinder auf ihre Kosten kommen. In den Bergen beträgt der Temperaturabfall je 1000 Meter 6 Grad Celsius, so dass bei 25 Grad am Strand das Thermometer in 3000 Meter Höhe nur 7 Grad anzeigt. Deshalb hat Krasnaja Poljana seinen Gästen eine einzigartige Kombination von Erholung zu bieten: Skisport und Meer. Wenn man genügend Ski gelaufen ist, kann man mit dem Auto binnen einer halben Stunde zum Baden an den Strand gelangen. Es dürfte auf der Erde nicht viele solcher Stellen geben, wo derartig unterschiedliche klimatische Bedingungen so glücklich vereint sind.

In Krasnaja Poljana gibt es nicht nur Möglichkeiten für den Skilauf, es lassen sich auch Troika-Fahrten, Deltasegler und Motorschlitten reservieren, wenn man nicht vorhat, im warmen Meer zu baden, das nach einer halben Stunde mit dem Auto zu erreichen ist. Nicht weit von Krasnaja Poljana entfernt befinden sich Mineralquellen, das Museum „Flora und Fauna des Kaukasus“ wie auch das Jagdhaus des Zaren Nikolaus II.