Deutsch-russische Wirtschaftsprojekte

Vor dem Hintergrund der bestehenden antirussischen Sanktionen haben sich die bilateralen deutsch-russischen Wirtschaftsprojekte im Jahr 2017 weiter intensiv entwickelt.

Eines der wichtigsten Instrumente, das die unternehmerische Aktivität der deutschen Wirtschaft in Russland antreibt, bleibt der Sonderinvestitionsvertrag.

Im Jahr 2017 schloss an drei deutsche Unternehmen, die früher einen Sonderinvestitionsvertrag mit dem Ministerium für Industrie und Handel der Russischen Föderation unterzeichnet hatten (das sind der Landmaschinen-Produzent CLAAS, der Hersteller von Werkzeugmaschinen DMG-Mori und der Autokonzern Daimler), noch ein Unternehmen an, und zwar der Pumpenhersteller WILO. Die Abstimmungen laufen nun dem Ministerium zufolge mit weiteren sechs Unternehmen aus Deutschland.

Die wichtigsten bilateralen Projekte in Russland sind im Jahr 2017 wie folgt:

– Im Februar investierte die METRO AG 100 Mio. Euro in den Bau von fünf Großmärkten im Moskauer Gebiet;

– Im Februar wurde die Linde AG durch Gazprom  mit Produktion, Speicherung und Transport von LNG in der Verdichterstation Portowaja in Wyborg beauftragt;

  • Im März unterzeichneten SAP und der russische Stahlerzeuger NLMK ein Investitionspartnerschaftsabkommen;

– Im Mai eröffnete Phoenix Contact ein Werk zur Herstellung von elektromechanischen Komponenten und elektronischen Modulen in Moskau;

  • Viessmann Werke GmbH & Co.KG weihte im Juni eine Industriekessel-Fabrik in der Sonderwirtschaftszone Lipetsk ein;

–   Daimler AG legte im Juni den Grundstein für ein neues Pkw-Werk im Moskauer Gebiet;

– Linde AG und Nischnekamskneftkhim unterzeichneten im Juni einen Vertrag zum Bau einer neuen Olefinanlage;

– Bionorica SE startete im Juli den Bau einer pharmazeutischen Fabrik. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich 2021 abgeschlossen sein;

– Im September wurde im Industriepark „Indigo“ in Moskau die erste russische Produktionsstätte des deutschen Messgeräteherstellers WIKA eröffnet;

– Im Oktober eröffnete der Konzern BASF in Sankt Petersburg ein Werk zur Herstellung von bauchemischen Stoffen;

– Im November eröffnete die Globus-Gruppe in Kotelniki bei Moskau einen Großmarkt mit Fläche von 28.000 m2. Heute gibt es in Russland insgesamt 13 Großmärkte dieser Handelskette;

– Im Dezember schlossen Siemens und die Unternehmensgruppe TAIF einen Bau- und Ausrüstungsvertrag für ein Heizkraftwerk in Nizhnekamsk ab.

Die Aktivitäten der russischen Wirtschaft auf dem deutschen Markt waren 2017 weniger intensiv:

– Im Mai fand die Eröffnungszeremonie der Vertretung von Rosneft  in Berlin statt, und es wurde das Vorhaben angekündigt, 600 Mio. Euro in die Modernisierung von Ölraffinerien in Deutschland zu investieren;

– Im Juni eröffnete der russische Software-Entwickler für klinische Untersuchungen Data Matrix seine Vertretung in München;

– Ab Oktober fliegt der russische Billigflieger Pobeda aus Wnukowo nach Baden-Baden.

Laut Einschätzungen sind derzeit in Deutschland 1.770 Unternehmen mit russischer Beteiligung aktiv.