Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park

Bildhauer Jewgenij Wutschetitsch – Hauptarchitekt des Ehrenmals im Treptower Park – während des Großen vaterländischen Krieges.

Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park (auch Treptower Ehrenmal genannt) wurde zwischen 1947 und 1949 unter Leitung von Bildhauer Jewgenij Wutschetitsch als Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus im Zweiten Weltkrieg errichtet. Das monumentale Werk wurde am 8. Mai 1949 eingeweiht und erinnert seitdem an Soldaten der Roten Armee, die bei der Befreiung Berlins fielen. Das Ehrenmal dient auch als Soldatenfriedhof für 7.200 Rotarmisten und ist somit eine der größten sowjetischen Kriegsgräberstätten in Deutschland.

Der Bau des Denkmals begann im Sommer 1947. Es wurden 30.000 m3 Boden gefördert und 20.000 m3 Beton gegossen. Am Bau beteiligten ca. 1.200 Personen verschiedener Berufe. Fast 200 Steinschneider und 90 Bildhauer arbeiteten an der Realisierung der Ideen der Ehrenmalsschöpfer.

Für die Errichtung des Ehrenmals wurden rund 40.000 m3 Granit benötigt. Auf dem Gebiet des Ensembles wurden Zehntausende Büsche und Bäume gepflanzt, etwa 10 km Bordstein wurde gelegt.

Die Fläche des Ziermosaiks am Monument beträgt 3000 m2, die Fläche der Reliefs und Sarkophage 384 m2. Eine 13 Meter hohe Skulptur des Krieger-Befreiers wurde aus Bronze gegossen. Die Skulptur der Mutter-Heimat wurde aus dem monolithischen Granitblock hergestellt, die Skulpturen der knienden Krieger – aus Bronze gegossen.

Fragment des Hauptdenkmals vor der Errichtung.

Eine Reihe von Fertigungsaufträgen wurde in Fabriken hergestellt. Auf dem Gelände wurden Granitwerkstätten organisiert, in denen Teile des Hauptdenkmals, Sarkophage und Sitzbänke bearbeitet wurden.

Nicht weit vom Ehrenmalgebiet führte eine Eisenbahnlinie, die es ermöglichte, eine Entladeplattform zu schaffen, von der Granit, Beton, Holz und andere Materialien und Ausrüstungen zur Baustelle geliefert wurden. Zwei mächtige Kräne wurden installiert – am Hauptehrenmal und am Haupteingang.

Denkmal zum Krieger-Berfeier am 9. Mai 2017.

Die etwa 70 Tonnen schwere Skulptur eines Soldaten wurde im Frühjahr 1949 in der Leningrader Fabrik «Monumentale Skulptur» in sechs Teilen gefertigt, die nach Berlin geschickt wurden.

Vollendung der Bauarbeiten erfolgte in weniger als zwei Jahren, im Jahre1949. Am 8. Mai 1949, am Vorabend des 4. Jahrestages des Sieges über den Faschismus im Berliner Treptower Park. fand die feierliche Eröffnung des Ehrenmals statt.

Als erster sprach der Berliner Kommandant, Generalmajor A.G. Kotikow.  Deutschland wurde durch Delegationen von den demokratischen Parteien und Organisationen sowie Regierungsbehörden vertreten. Der Vorsitzende des Ministerrates der DDR Otto Grotewohl sprach im Namen der neu aufgerufenen Deutschen Demokratischen Republik.

Feierliche Kranzniegerlegung in der Krypta unter dem Hauptdenkmal.

Als die Grundlage des Hauptdenkmals gilt die Heldentat eines Oberfeldwebels des 220. Garde-Gewehrregiments der 79. Garde-Gewehrdivision N.I.Massalows, der am 30 April 1945 unter Beschuss, ein 3-jähriges deutsches Mädchen aus dem Schlachtfeld in Tiergarten rettete, dessen Mutter von den zurückziehenden SS-Einheiten erschossen wurde.

Jewgenij Wutschetitsch erfuhr von diesem Fall von W.I. Tschujkow, Kommandeur der 8. Garde-Armee, zu der auch Masalows Regiment gehörte.

Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park von oben gesehen. (с)OLYMPUS DIGITAL CAMERA.

Dem Bildhauer posierte Soldat I.S. Odartschenko, der nach Kriegsende in der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland diente. Das Modell des Krieger-Befreiers traf J.W.Wutschetitsch beim Training im August 1947, an einem Stadion im Berliner Bezirk Weissensee. An diesem Tag nahm I.S.Odartschenko an Sportwettkämpfen sowjetischer Soldaten teil. Als das gerettete Mädchen posierte Tochter des Berliner Kommandanten, Generalmajor A.G. Kotikows, Swetlana.

I.S. Odartschenko posierte auch für den Künstler Anatolij Gorpenko, der die Mosaikplatte im Sockel des Denkmals erstellte. Auf diesem Wandbild war Odarchenko zweimal abgebildet – als Soldat mit der Gold-Stern-Medaille und auch als Arbeiter mit gesenktem Kopf.