Aus dem Redebeitrag des Ständigen Vertreters der Russischen Föderation bei der OSZE, Alexander Lukaschewitsch, zum weiteren Kriegsverbrechen der bewaffneten ukrainischen Einheiten in Kramatorsk, gehalten am 11. April 2022 auf Sondersitzung des Ständigen Rats der OSZE

Herr Vorsitzender,

ich möchte mich an die Teilnehmer der heutigen Diskussion wenden, die Russland den Beschuss des Bahnhofsplatzes von Kramatorsk mit besonderer Entrüstung vorwerfen. Welche Argumentation, welche Fakten können Sie vorbringen, außer dass pauschale „Highly-Likely“-Urteile oder Behauptungen nach dem Motto „Der ganzen Welt ist schon klar, wer das gemacht hat“ in den Raum gesetzt werden? Die Antwort trat bei der heutigen Sondersitzung zutage: vertrauenswürdige Fakten oder Beweise haben Sie schlicht und einfach nicht.

Nun zu den Fakten. Am 8. April 2022 schlug in der aktuell von den bewaffneten ukrainischen Einheiten kontrollierten Stadt Kramatorsk der Volksrepublik Donezk ein großkalibriges Geschoss auf dem Bahnhofsplatz ein. Der Angriff forderte Dutzende Tote und Verletzte.

Nach Informationen des russischen Verteidigungsministeriums waren für den 8. April 2022 den russischen Streitkräften keine Kampfaufgaben gesetzt und somit geplant worden. Die taktischen Toschka-U-Raketen, deren Wrackteile im Nahbereich des Bahnhofs von Kramatorsk gefunden wurden, stehen schon längst nicht im Dienst der russischen Streitkräfte.

Die Untersuchung des Demolierungsradius am Gefechtskopf und die kennzeichnende Lage des hinteren Teils der Totschka-U-Rakete deuten unmissverständlich darauf hin, dass der Abschuss aus der Gegend südwestlich von Kramatorsk erfolgte. Nach uns vorliegenden vertrauenswürdigen Informationen befand sich eine der Divisionen der 19. Raketenbrigade, die mit Toschka-U-Abschussrampen aufgerüstet ist, zum Angriffszeitpunkt in der Gegend bei der Ortschaft Dobropolje, das 45 Kilometer  südwestlich von Kramatorsk liegt. Dieser Bezirk der Volksrepublik Donezk wird immer noch vollständig von den ukrainischen Truppen kontrolliert.

Im Versuch, die eigene Darstellung des Angriffes auf Kramatorsk international in den Fokus zu rücken, wurde von der ukrainischen Regierung angeordnet, ausländischen Berichterstattern Zutritt zum Angriffsort zu gewähren.  Jedoch verrechnete man sich stark dabei. In der am 8. April 2022 gesendeten Abendschau des italienischen Programms „TG la7“ wurde die Seriennummer des Geschosses gezeigt, die von den Journalisten nach Passieren der Absperrung aus nächster Nähe an Raketenteilen aufgenommen worden war. Mit der Nummer «Ш91579» wurde die Zugehörigkeit des Geschosses zu den ukrainischen Streitkräften eindeutig bestätigt. Mehr noch, die Munition aus dieser Partie, die unter anderem mit den Nummern „Ш91565“ und „Ш91566“ versehen ist, war bereits am 2. April 2015 bei den Angriffen auf die Stadt Altschewsk der Volksrepublik Lugansk und am 13. April 2015 bei den Angriffen auf die Ortschaft Logwinowo der Volksrepublik Donezk aufgefallen. Bilder der hinteren Teile der Raketen, mit denen die ukrainische Armee das Gebiet der Volksrepubliken unter Beschuss genommen hatten, sind öffentlich zugänglich. 

Am 14. März 2022 wurde auch die Stadtmitte von Donezk mit einer ähnlichen Toschka-U-Rakete von einer Division der gesonderten Raketenbrigade der ukrainischen Streitkräfte angegriffen.  20 Menschen kamen dabei gleich vor Ort ums Leben, weitere 28 Zivilisten, einschließlich Kinder, wurden schwer verletzt. Eine Reaktion darauf kam weder von der OSZE-Führung noch von westlichen Ländern. Der Tod von Zivilisten wurde von ihnen nicht einmal bedauert.

Die oben genannten Fakten belegen, dass am 8. April 2022 bewaffnete ukrainische Einheiten einen weiteren gezielten Angriff gegen friedliche Bürger verübten. Dessen Ziel ist offensichtlich. Es sollte die Ausreise der Einwohner von Kramatorsk unterbunden werden, um sie weiterhin als menschliches Schutzschild misshandeln zu können, wie es bereits in Mariupol der Fall gewesen war.

Bei den Geschehnissen vom 8. April in Kramatorsk handelt es sich um ein offenkundiges Verbrechen an der Zivilbevölkerung durch die so genannten ukrainischen „Verteidiger“ des Donbass, die vor blutigen Provokationen nicht zurückschrecken. Parallel dazu beobachten wir jämmerliche Versuche, die russischen Streitkräfte zu verleumden und diffamieren, während sie gewissenhaft ihre Aufgaben im Rahmen der militärischen Sonderoperation erfüllen. Zu diesen Provokationen gehören die Sprengung der Chemikalienbehälter, die am 5. und 9. April 2022 in der Ortschaft Rubjeschnoje durch die ukrainische Armee erfolgte, vermeintliches Auffinden von Massengräbern in Butscha, Borodjanka, Irpen, Busowa und viele weitere ungeheuerliche Inszenierungen des Kiewer Regimes.

Das russische Ermittlungskomitee hat ein Strafverfahren wegen Massentötung von Zivilisten durch den ukrainischen Raketenangriff auf Kramatorsk angestrengt. Russland wird alles daran setzen, alle Verantwortlichen für dieses ungeheuerliche Verbrechen einer harten Strafe zuzuführen.

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