Über Fälle der Diskriminierung und Verfolgung der russischsprachigen Bevölkerung in Deutschland: Teil 5

Am 2. März 2022 erstellte die russische Botschaft in Deutschland eine Feedback-Email-Adresse sos@russische-botschaft.de. Via diese Email können Landsleute Informationen über Fälle von Mobbing, Belästigung, Drohungen, Angriffen oder physischer Gewalt senden. Anbei sind einige Beispiele der Nachrichten (die Namen der Opfer werden aus Sicherheitsgründen nicht genannt):

  1. Igor B. aus Berlin wurde am Arbeitsplatz mit den Anfeindungen gegen Russen und sich selbst konfrontiert. Eine Kollegin mit ukrainischen Wurzeln schrie „Ruhm der Ukraine“ auf und forderte ihn auf, „nach Russland zurückzufliehen oder die ukrainische Sprache zu lernen“;
  2. Eine neunjährige Tochter von Julia F. aus Waldfeucht (Nordrhein-Westfalen) wurde am 3. März von 4 männlichen Mitschülern angegriffen. Sie haben gestoßen und versucht, dem Mädchen ins Gesicht zu schlagen;
  3. Die Tochter von Sergej B. aus Langenhagen (Niedersachsen) hat am 7. März neben der Schule von drei deutschsprachigen Männern an sie gerichtete Beleidigungen und Bedrohungen gehört («Du sollst sterben, ihr alle seid an diesem Krieg schuld“ usw.);
  4. Ella Sch. aus München bekam in den sozialen Netzwerken die Mittelung mit Beleidigungen und Drohung, dass es für sie nicht ungefährlich sei, in der Stadt unterwegs zu sein;
  5. Zovinar R., eine Aussiedlerin aus Armenien, wurde beim Russisch-Sprechen im Alltag zweimal von Deutschen beim Einkaufen beleidigt, sie wurde zudem seitens einer Gruppe junger Männer bedroht, die an ihrem Balkon vorbeigingen. Die ganze Familie hat Angst;
  6. Inara aus Staubing (Bayern) wurde bei einem Arzttermin diskriminiert. Der Arzt weigerte sich, sie wegen der politischen Ansichten zu betreuen. Ihr achtjähriges Kind wird in der Schule diskriminiert;
  7. Viktoria F. und Oleg U. aus Potsdam wurden in sozialen Netzwerken seitens der Ukrainer und Deutschen bedroht, nachdem die beiden ihre Profilbilder mit der russischen Fahne als Zeichen für die militärische Sonderoperation zur Entnazifizierung der Ukraine versehen hatten;
  8. Der Sohn von Tatiana J. aus Berlin (5. Klasse) wurde seitens seiner Gleichaltrigen beleidigt und hat nun Angst, zur Schule zu gehen;
  9. Violetta I., die als Sprachassistentin in einem Gymnasium in Esslingen (Baden-Würtemberg) arbeitet, wurde seitens einer ukrainischen Mitbewohnerin in der Wohngemeinschaft gemobbt, bedroht und zu Unrecht beschuldigt, Geld gestohlen zu haben. Um sich zu schützen, musste sie sich an die Polizei wenden;
  10. Eine elfjährige Tochter von Valentina P. aus Neubeckum (Nordrhein-Westfalen) wird in der Schule gemobbt. Man versucht herauszufinden, ob sie Putin unterstütze. Die Lehrer erläutern, dass man wegen des Angriffs auf die Ukraine nicht für Putin sein dürfte;
  11. Bei Martin Sch., der im Online-Marketing tätig ist, wurden alle Aufträge seines Großkunden, der Firma „Vom Hoff Kommunikation“ (Düsseldorf), wegen seiner prorussischen politischen Haltung zurückgezogen;
  12. In der Stadt Marburg hat der Geschäftsführer des Ladens mit den ost-europäischen Produkten einen Anruf mit der „Bitte“ bekommen, am Aushängeschild das Wort „Russisch“ in der Wortgruppe „Russisch Brot“ zuzukleben;
  13. Die Stiefmutter von Kristina P. aus Soest (Nordrhein-Westfalen) wurde am Arbeitsplatz von der Chefin beleidigt: „Verpi**t euch in euer Drecksland“;
  14. Einem Freund von Holger K. aus Stuttgart, der russischer Staatsbürger ist, wurden Flüge in einem Fliegerklub verweigert;
  15. Der Ehemann von Dina Sch. (Ukrainer) wurde in sozialen Netzen für die Unterstützung der Handlungen Russlands in der Ukraine mit Gewalt und Ausweisung bedroht;
  16. In einem Jugendzentrum der Stadt Hövelhof (Nordrhein-Westfalen) wurde ein dreizehnjäriger Jugendlicher von der Ausübung seiner Freiwilligen-Aufgaben abgesetzt, weil er sich weigerte, die in Deutschland dominierende Meinung zu den Entwicklungen in der Ukraine zu unterstützen.

Wir halten jegliche Manifestationen von Diskriminierung und Verletzungen der Rechte unserer Bürger und der russischsprachigen Bevölkerung in Deutschland für inakzeptabel.

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