Botschafter: Russland hofft bei Nord Stream 2 auf neue US-Regierung

Der russische Botschafter in Deutschland hofft, dass die Biden-Regierung die Grundsätze des internationalen Handels respektieren wird.

Der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej J. Netschajew, bezieht in einem Statement für die Berliner Zeitung Stellung zur aktuellen Diskussion um Nord Stream 2: 

Aus unserer Sicht ist alles über das Projekt „Nord Stream 2“ bereits seit langem gesagt.

Diesem rein wirtschaftlichen multilateralen Projekt wurden alle benötigten Genehmigungen erteilt. In diesem Projekt steckt viel Mühe und Geld. Es entspricht den Interessen der deutschen und europäischen Gasverbraucher und trägt zur Diversifizierung der Energieversorgung bei. Es stärkt die Energiesicherheit der Bundesrepublik angesichts der Energiewende und fördert die Umsetzung der Klimaziele. Wenn die Bauarbeiten jetzt gestoppt werden, bedeutet das nicht nur, dass die milliardenschweren Investitionen vergraben werden, sondern auch dass der Glauben der Investoren an die Gültigkeit der abgeschlossenen Kontrakte untergraben wird. Das wird negative Folgen nach sich ziehen und wird den Wunsch verstärken, protektionistische und politische Maßnahmen eigener Interessen zugunsten häufiger zu ergreifen.

Spekulationen über Europas angeblich wachsende Abhängigkeit vom russischen Erdgas sind unbegründet. Es gibt mehrere Lieferanten und Lieferwege. Niemand hat ein Verkaufsmonopol. Entscheidungen sollen aufgrund klarer und transparenter Marktmechanismen getroffen werden.

Die Versuche der vorigen US-Administration, das Projekt durch Erpressung, Drohungen und exterritoriale Sanktionen zu verhindern, waren Ausdruck unlauteren Wettbewerbs und illegitim. Wir hoffen, dass die neue US-Regierung ihre Partner und die Grundsätze des internationalen Handels respektieren wird.

Wir sind uns sicher, dass Russland, Deutschland und Europa in der Lage sind, ihre Energiepolitik souverän zu bestimmen also ohne Einmischung und „Tipps“ von außen und auf der Grundlage der Erfahrungen der mehr als 50-jährigen fruchtbaren Zusammenarbeit.

Quelle: https://bit.ly/3oL80EA

Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

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