Gemeinsame Erklärung der OVKS-Außenminister anlässlich 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges vom 1. Dezember 2020

Dieses Jahr begeht man den 75. Jahrestag des Endes des blutigsten Krieges der Menschheitsgeschichte, von dem die Mehrheit  der Weltbevölkerung betroffen wurde.

Unsere heilige Pflicht ist, die Erinnerung an die große Heldentat unserer Landsleute wachzuhalten, die es ihr Leben und die enormen Entbehrungen kostete, den Feind zu besiegen und die Völker Europas und anderer Länder der Welt von der Nazi-Sklaverei zu befreien.

Die Resolution der UN-Generalversammlung „75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges“  vom 5. November 2020, die unsere Länder mitverfassten, zeugt davon, dass der Sieg 1945 als gemeinsamer Wert für die Menschheit anerkannt wird.

Der Sieg im Zweiten Weltkrieg war für das moderne System internationaler Beziehungen entscheidend, und die Urteile in den Nürnberger Prozessen legten den Sieg der zivilisierten Welt über Nationalsozialismus rechtlich fest.

Mit Bedauern stellen wir fest, dass in den letzten Jahren immer häufiger versucht wird, die Geschichte zu fälschen und die Lehren aus jenem Krieg zu vergessen. Wir glauben, dass die internationale Gemeinschaft jeglichen Erscheinungsformen von Neofaschismus, Chauvinismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass, Rassen- und nationaler Dominanz sowie radikalem Nationalismus mit allen Mitteln entgegentreten muss.

Vehement verurteilen wir jegliche Bemühungen einzelner politischer Kräfte, die Geschichte zu revidieren und die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges zu fälschen. Wir äußern unsere tiefe Besorgnis über die Verherrlichung der Nazi-Bewegung, des Neonazismus und ehemaliger Mitglieder der Waffen-SS-Organisation in jeglicher Form, einschließlich dadurch, dass Denkmäler und Gedenkstätten errichtet und öffentliche Demonstrationen durchgeführt werden, um die Nazi-Vergangenheit und -Bewegung sowie Neonazismus zu glorifizieren. Dass Mitglieder der genannten Organisation und diejenigen, die gegen die Anti-Hitler-Koalition kämpften, mit der Nazi-Bewegung kollaborierten sowie die Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen, zu Mitgliedern nationaler Befreiungsbewegungen erklärt werden oder dies versucht wird. Dass Straßen umbenannt werden, um sie zu heroisieren.

Wir halten den gezielten „Krieg“ gegen Denkmäler und Gedenkstätten an Massengräbern von Befreiern für inakzeptabel.

Versuche, die Geschichte zu revidieren, drohen damit, dass die tragischen Fehler der Vergangenheit wieder begangen werden. In diesem Zusammenhang rufen wir dazu auf, die Resolution „Kampf gegen die Heroisierung des Nazismus, Neonazismus und andere Handlungen, die die Eskalation von modernen Formen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, des Fremdenhasses und der damit verbundenen Intoleranz fördern“ zu unterstützen, die jährlich der UN-Generalversammlung vorgelegt wird.

Wir betonen, dass es notwendig ist, die Bemühungen zu verstärken, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Verbreitung von Hass und extremistischen Ideologien sowie Diskriminierung aus ethnischen, rassistischen oder religiösen Gründen und andere unmenschliche Handlungen zu verhindern.

Es ist unsere heilige Pflicht gegenüber der Generation der Sieger, die historische Wahrheit über die Befreiung der Welt von der menschenfeindlichen Nazi-Ideologie für heutige und künftige Generationen zu bewahren sowie die Traditionen und den Geist der alliierten Beziehungen zu pflegen.

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