Erklärung der russischen Botschaft in Deutschland

Wir sind auf den Artikel „Krieg begann nicht erst 1941“ in der „Märkischen Oderzeitung“ vom 8. Februar 2020 aufmerksam geworden, wo der polnische Botschafter in Deutschland Andrzej Przyłȩbski im Sinne des Kurses auf die Fälschung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs der UdSSR vorwarf, genauso wie das Dritte Reich für den Ausbruch des schrecklichsten Konflikts im 20. Jahrhundert verantwortlich zu sein. Die Sowjetunion habe nach Auffassung des hochrangigen polnischen Diplomaten „vom Ausgang des Krieges am meisten profitiert“ (sic!). Eine weitere Aussage, dass angeblich nicht die UdSSR, sondern die westlichen Alliierten entscheidend zum Kriegsende beigetragen haben, liegt von der historischen Wahrheit weit entfernt und sorgt für Befremden.

Es ist mit Bedauern festzustellen, dass zum nahenden 75. Jahrestag des Großen Sieges der polnische Geschichtsrevisionismus rasch Fahrt aufnimmt. Jeder, der sich konkreten Tatsachen und Dokumenten zuwendet, kann sich davon überzeugen, dass gerade unser Land einen entscheidenden Beitrag zur Erlösung Europas und der ganzen Welt vom Nazismus geleistet und dafür einen unfassbar hohen Preis gezahlt hat: 27 Millionen sowjetischer Bürger mussten Ihr Leben lassen. Nur in Kämpfen um den Erhalt des polnischen Staates kamen über 600.000 Rotarmisten um. Es ist schlechthin unmoralisch, diese objektive historische Tatsache zu vergessen und zu versuchen, im öffentlichen Bewusstsein aus sowjetischen Befreiern die Verantwortlichen für den Kriegsausbruch zugunsten der augenblicklichen Konjunktur zu machen. Genauso unmoralisch ist es, weiterhin die Denkmäler für sowjetische Befreier zu zerstören.
In Russland gedenkt man der polnischen Soldaten und Widerstandskämpfer, die Schulter an Schulter mit der Roten Armee für die Befreiung Europas vom Nazismus gekämpft haben. Erneut fordern wir zum ehrlichen und fürsorglichen Umgang mit unserer gemeinsamen Geschichte auf. Dies ist nötig, um eine Wiederholung der Tragödie nicht zuzulassen.

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