Am 4. Februar 1945 fing die Konferenz von Jalta an

Am 4. Februar 1945 fing die Konferenz von Jalta an

Auf Einladung des sowjetischen Staatschefs trafen sich vom 4. bis zum 11. Februar 1945 Josef W. Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill im Seebad Jalta auf der Halbinsel Krim, um sich über das militärisch-politische Vorgehen in der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs zu verständigen. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Behandlung des Deutschen Reichs und der von ihm besetzten Gebiete nach Kriegsende sowie die Gründung der United Nations Organisation (UNO).

Die Verhandlungen auf diesem nach der Konferenz von Teheran Ende 1943 zweiten Gipfeltreffen der „Großen Drei“ waren zwar auch von Einigkeit über grundsätzliche Ziele geprägt: Die schnelle Beendigung des Krieges und eine Entnazifizierung Deutschlands sahen alle Beteiligten als unbedingt notwendig an.

Für Deutschland einigten sich Stalin, Churchill und Roosevelt auf die Unterteilung in vier Besatzungszonen mit einem alliierten Kontrollrat sowie auf eine umfassende Entmilitarisierung und Entnazifizierung. Stalin hatte einer Beteiligung Frankreichs, dessen Vertreter weder nach Teheran noch nach Jalta eingeladen worden waren, nur widerstrebend zugestimmt. Seine Bedingung für eine französische Besatzungszone war, dass sie aus dem Bereich der geplanten amerikanischen und englischen Zonen gebildet würde und die sowjetischen Ansprüche somit unangetastet blieben.

Wie schon zuvor in Teheran stand auch in Jalta zusätzlich die Frage nach einer bleibenden staatlichen Aufteilung des besiegten Deutschland zur Debatte. Während Stalin noch zu einer dauerhaften Aufgliederung Deutschlands tendierte, wollte Churchill diese Frage noch nicht eindeutig klären. Ihm erschien eine Unterteilung in kleine Einzelstaaten nicht erstrebenswert, da er befürchtete, der wirtschaftliche Wiederaufbau könne dadurch erschwert werden. Dies wiederum hätte geplante Reparationszahlungen beeinträchtigen und so die gesamte europäische Erholung von den Kriegsschäden verlangsamen können. Außerdem stellten seiner Ansicht nach mehrere deutsche Kleinstaaten einen zu großen Unruheherd innerhalb Europas dar. Die endgültige Entscheidung wurde bis auf weiteres verschoben. Der im September 1944 erwogene sogenannte „Morgenthau-Plan“ des amerikanischen Finanzministers Henry Morgenthau (1891-1967), der die Umwandlung Deutschlands zu einem Agrarstaat ohne Industrie vorsah, war bereits Ende 1944 verworfen worden und wurde in Jalta nicht mehr diskutiert.

Ein Hauptinteresse Roosevelts bei der Konferenz lag auch darin, die Sowjetunion zum Kriegseintritt gegen Japan zu bewegen, was in Form eines Geheimabkommens vertraglich abgesichert werden konnte: Stalin verpflichtete sich zur Kriegserklärung gegen Japan und zu einem Bündnis mit China innerhalb von 90 Tagen nach der deutschen Kapitulation, wofür Stalin territoriale Gewinne in Fernost in Aussicht gestellt wurden. Auch ein weiteres Hauptziel des amerikanischen Präsidenten, die Zusage Stalins zur Kooperation bezüglich des gemeinsamen Aufbaus der UNO als internationale Friedensorganisation, konnte in Jalta erreicht werden.

Quelle: www.dhm.de

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