Junge Russin lehrt ihre Sprache und bäckt leckere Blinis

Für acht Monate ist Elisaveta Volosneva aus Russland als Fremdsprachenassistentin am Brander Gymnasium tätig. Von ihrer Arbeit profitieren nicht nur die Schüler. 

Die Schüler des Cottagymnasiums Brand-Erbisdorf haben im Russischunterricht jetzt manchmal zwei Unterrichtende. Denn dem jeweiligen Fachlehrer steht seit knapp sechs Monaten eine junge Russin als Fremdsprachenassistentin zur Seite. Elisaveta Volosneva ist für die Mädchen und Jungen der Klassen 6 bis 11 seit Oktober 2018 eine echte Bereicherung geworden. Sie freuen sich auf jede Unterrichtsstunde mit ihr, wie sie sagen.

Tom Tropschuh aus der 9/3 gilt als Russisch-Sprachtalent der Schule. Der 15-Jährige hat im vergangenen Jahr die Sächsische Russisch-Olympiade gewonnen. „Elisaveta Volosneva bringt uns vieles zur Aussprache ihres Landes bei“, sagt der junge Mann. Sehr interessant für ihn seien auch umgangssprachliche Wendungen, die nicht im Wörterbuch stünden. „Ich habe in den letzten Monaten sehr viele von ihr lernen können“, so der Neuntklässler.

Die 23-jährige Russin beantwortet zudem viele Fragen, die ihr die Schüler zum Beispiel zu ihrer Heimat stellen. Sie hilft beim Lesen russischer Texten, korrigiert die Aussprache, versucht, den Schülern ein „lebendiges Russisch“ beizubringen und führt neue Sprachspiele ein.

Ein Höhepunkt war im März die „Masleniza“, die russische „Butterwoche“, mit der die Verabschiedung des Winters gefeiert wurde. Die 23-Jährige erzählte dabei über russische Traditionen und Bräuche, zeigte Videos, die 7. und 11. Klassen buken Blinis – „unsere Eierkuchen, die großen Absatz fanden“, wie sich Volosneva erinnert. „Es war ganz toll und die Kinder waren begeistert“, fügt Silke Wenzel hinzu. Sie und ihr Fachkollege Reiner Theurich betreuen und begleiten die Fremdsprachenassistentin bei ihrem Aufenthalt.

Als Elisaveta Volosneva im vergangenen Herbst am Brander Gymnasium ankam, hospitierte sie zunächst zwei Wochen im Russischunterricht. Später ging sie mit in die Klassen und arbeitet nun zum Teil schon selbstständig mit den Schülern. „Es dauerte nur kurze Zeit, bis sie richtig bei uns angekommen war“, erzählt Silke Wenzel. „Ich würde am liebsten immer eine ganze Stunde halten. Denn ich möchte mich weiterentwickeln und natürlich immer alles richtig machen“, erzählt die 23-jährige gelernte Dolmetscherin für Deutsch und Englisch. Sie lerne hier, flexibel zu sein, betont Volosneva. Denn oftmals werde sie mit Fragen konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet ist.

„Sie ist vor allem bei den jüngeren Gymnasiasten sehr beliebt. Wenn Elisaveta einmal nicht da ist, fragen sie schon nach ihr“, sagt Silke Wenzel. Die junge Russin sei auch für die Pädagogen eine große Bereicherung. „So sind unsere Sprachkenntnisse jetzt auf dem neuesten Stand“, sagt die Russischlehrerin.

Elisaveta Volosneva berichtet gern auch von den Schülern aus ihrem Heimatland und von der Schulordnung, die viel lockerer sei als hier. Ihren Ehrgeiz im Beruf überträgt sie auch auf das Privatleben in Deutschland. Reisen nach Dresden, PragNürnberg und Leipzig hat sie in den vergangenen Monaten gemacht. „Leipzig ist für mich die schönste Stadt, die ich gesehen habe. Ich habe mich regelrecht in sie verliebt“, erzählt die 23-Jährige begeistert. Auch die nähere Region haben ihr die Kollegen aus Brand-Erbisdorf gezeigt, und das Weihnachtsfest im Erzgebirge habe die junge Russin besonders begeistert.

Im Mai wird sie nun Abschied von Deutschland nehmen. „Neben den vielen schönen Erlebnissen in und außerhalb der Schule habe auch ich viele Erfahrungen gesammelt“, sagt die junge Frau. Nun wisse sie, wie der Unterricht in der deutschen Schule ablaufe, habe viele methodische Dinge und die deutsche Sprache vervollkommnen können, erzählt sie. Vielleicht wird sie in wenigen Wochen mit ihrem russischen Freund nach St. Petersburg ziehen. „Wenn nicht Leipzig, dann eben St. Petersburg“, sagt sie lachend.

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