Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa zum Buch „München 1938: Der Fall in den Abgrund des Zweiten Weltkriegs“

Vieles davon, worüber wir heute sprachen, scheint eigenartig und sogar unwahr zu sein, wenn man sich an das Thema Geschichte nicht wendet.

In diesem Jahr sind genau 80 Jahre seit dem „Münchner Komplott“ vergangen – dem bedauernswerten, tragischen und schändlichen Kapitel in der Geschichte der europäischen Demokratien. Im Westen versucht man am liebsten, es zu vergessen und aus der eigenen Version der Weltgeschichte „auszuradieren“ oder die Akzepte so zu verschieben, dass die entscheidende Rolle Großbritanniens und Frankreichs  dabei, was aktuell als „Eindämmung des Aggressors“ bezeichnet, zu nivellieren. Über die Folgen dieser Politik, die die Welt beinahe in eine Existenzkatastrophe gestürzt hätte, müssen wir meines Erachtens nicht reden – sie sind ohnehin allgemein bekannt. Wichtig ist etwas anderes: Die Geschichte verzeiht es nicht den Menschen, die aus der Geschichte nichts lernen. Und wer so etwas riskiert, wird neu „belehrt“.

Es ist enorm wichtig, diese Wahrheit zu begreifen, und deshalb möchte ich Sie auf dieses Buch aufmerksam machen. Dieser Almanach von Artikeln wurde vor kurzem veröffentlicht. Die Chefredakteurin war dabei J. Krascheninnikowa.

In diesen Artikeln analysierten die Autoren, bekannte Wissenschaftler und Forscher,  nicht nur die Ereignisse der Vergangenheit, die internationale Situation Ende 1930er- bzw. Anfang 1940er-Jahre, sondern erzählten den Lesern die allgemeine Geschichte der internationalen Beziehungen.

Es geht in dem Buch auch um die Zugeständnisse des Westens an das Nazi-Regime, um die Nachlässigkeit bei der Remilitarisierung des Hitler-Deutschlands, um die Nichteinmischung in den spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939, um die „stille Akzeptanz“ des „Anschlusses“ Österreichs, um das verweigerte Zusammenwirken mit der Sowjetunion zwecks Gestaltung des Systems der kollektiven Sicherheit in Europa. Der letztere Moment ruft besonders bittere Parallelen mit der heutigen Zeit hervor. Die Welt kann immer noch nicht auf die „Gleise“ der kollektiven Sicherheit zurückkehren und riskiert, in den Abgrund ihrer Aufteilung in „unsere“ und „fremde“ zu stürzen.

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