Zum Münchner Abkommen

Am 29. September d.J. jährt sich die Unterzeichnung des Münchner Abkommens aus dem Jahr 1938 – eines der tragischsten Ereignisse im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs – zum 80 Mal. An diesem Tag gaben die Staats- und Regierungschefs des Nazi-Deutschlands, des faschistischen Italiens, Großbritanniens und Frankreichs grünes Licht für die Teilung der Tschechoslowakei, was zu dessen Verschwinden als souveräner Staat führte.

Die UdSSR war der einzige Staat, der bereit war, dem Nazismus entgegenzutreten und die Tschechoslowakei in Übereinstimmung mit seinen Verpflichtungen (den Verträgen über gegenseitige Hilfe mit Frankreich und der Tschechoslowakei aus dem Jahr 1935) zu verteidigen. Aber es ist allgemein gut bekannt, dass London und Paris die Regierung in Prag unter heftigen Druck gesetzt haben, damit es auf den Widerstand verzichtete und die sowjetische Hilfe ablehnte.

Eine äußerst unschöne Rolle in der tschechoslowakischen Krise spielte Polen, das gemeinsam mit Deutschland an der Teilung der Tschechoslowakei teilnahm. Ähnlich verhielt sich Ungarn.

Heutzutage, im Zeitalter der Globalisierung, wo die Menschheit mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird, die sogar ihre eigene Existenz bedrohen, bleibt das Thema Münchner Komplott äußerst akut und wird nicht nur von Geschichtsforschern und Politikwissenschaftlern, sondern auch von breiten Kreisen der Weltöffentlichkeit eingehend studiert. Davon zeugen zahlreiche wissenschaftliche Konferenzen, historische Ausstellungen und andere Veranstaltungen, die sich diesem Thema widmen.

Bedauerlicherweise müssen wir feststellen, dass auch dieser Tage nicht alle nachvollziehen können, dass unmoralische politische Entscheidungen und eine unverhohlene Vernachlässigung von völkerrechtlichen und allgemein anerkannten ethischen Normen früher oder später eine Gegenwirkung herbeiführen und schwere Folgen für deren „Verursacher“ nach sich ziehen.

Die Lehren von München weisen darauf hin, dass ein modernes System der internationalen Sicherheit notwendig ist, das die Dominanz bzw. das Diktat von einzelnen Staaten ausschließen würde, sowie darauf, dass diese Sicherheit unteilbar ist und auf Kosten der Anderen nicht gewährleistet werden kann. Diese Ziele kann man nur mit gebündelten Anstrengungen erreichen.

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