Pressesprecherin des Außenministeriums Russlands Maria Sacharowa hat sich zum Verlauf der Fußball-Meisterschaft ausgesprochen

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 ist in vollem Gange – es geht gerade die Gruppenphase zu Ende. Wir alle verfolgen ganz aufmerksam den Wettbewerb und fiebern mit. Vor allem wollen wir, dass die Mannschaften gut spielen. Ich denke, es hat keinen Sinn, jetzt darüber zu sprechen, wie hoch die Nationalmannschaften, die Trainer und die für die Organisation und Unterbringung der Teams zuständigen Personen das einschätzen, was sie in Russland gesehen haben.

Ich denke, Sie haben schon selbst etliche Berichte zu diesem Thema in sozialen Netzwerken gesehen. Jetzt steht das Thema im Vordergrund, wie die Russen ihre Gäste empfangen, wie sie das in Übereinstimmung mit unseren russischen Traditionen tun – mit offenem Herzen und offener Seele. Das ist einfach faszinierend. In Wahrheit hatten wir von uns selbst eine solche Reaktion nicht erwartet. Natürlich stellen wir fest, dass die absolut meisten ausländischen Medien kein Problem damit haben, objektive Berichte zum sportlichen Thema zu machen, aus denen man wirklich erfahren kann, was bei der WM in Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg und anderen Städten, die dieses Sportfest empfangen, passiert.

Wir stellen zufrieden fest, dass den Erfolg der WM in Russland selbst diejenigen einräumen müssen, die sich zu dieser Veranstaltung und zum Thema Russland generell von Anfang an negativ eingestellt waren. Vor einigen Tagen gab der litauische Außenminister Linas Linkeavicius zu, keinen Effekt von der Idee des ukrainischen Sportministers Igor Schdanow sieht (die auch der britische Außenminister Boris Johnson und den Behörden einiger anderen Länder befürwortet hatten), dieses Sportfest zu boykottieren.

Wie wir auch gesagt hatten, ist die Realität das beste Argument im Kampf gegen die Propaganda und jegliche Versuche, etwas schlechtzureden. Hier ist eben die Antwort auf die Frage bezüglich der Isolation Russlands. Man sollte nicht auf diejenigen hören, die behaupten, Russland würde sich in Isolation befinden. Das sind lauter Lügen. Diese Kräfte wollten uns isolieren – doch das ist ihnen nicht gelungen. Das wichtigste, was wir gerade sehen: Es gibt Kräfte, die uns isolieren wollen und sich darum bemühen – und es gibt normale Menschen, die in der ganzen Welt leben, ihre politischen Ansichten und Vorzüge haben und verstehen, dass solche Begriffe wie „Frieden“, „gute Nachbarschaft“ und auch „Sport für den Frieden“ wichtiger als die Politisierung dieser Fragen sind. Solche Menschen, die unser Land schon früher besucht hatten, konnten verstehen, was die Wahrheit ist und was nicht. Aber viele Menschen kamen zum ersten Mal zu uns. Und obwohl man ihnen Angst gemacht hatte, Medienvertreter kamen trotzdem hierher, und sie sehen mit ihren eigenen Augen, was hier vorgeht.

Es kommen offizielle Delegationen (das wissen Sie), Vertreter des politischen Establishments verschiedener Länder nach Russland. So hatte beispielsweise die japanische Prinzessin Hisako Takamado Russland nie zuvor besucht – und ist jetzt gekommen. Die australische Zeitung „Sydney Morning Herald“ verwies darauf, dass sie zum ersten Mitglied der japanischen Königlichen Familie wurde, das Russland besuchte. Und dieselbe Zeitung zitierte die Prinzessin selbst, dass dies für sie eine große Ehre gewesen sei. Wir freuen uns, dass diese Informationen das Publikum in anderen Ländern erreichen.

Polnische Medien, die leider keine besondere Liebe zu Russland empfinden, berichten ebenfalls, dass für die Fans alle möglichen Bedingungen geschaffen worden seien, dass sie einmalige Möglichkeiten haben, das Sportfest zu genießen. So stellte der erste polnische Rundfunksender RFM FM fest: „Moskau hat sich hervorragend auf die WM vorbereitet“.

Medien aus den baltischen Ländern, die ursprünglich leider behauptet hatten, es würde nichts klappen, und deshalb sollte man nicht zur WM fahren, weil die Russen scheitern würden, sind inzwischen eher freundlich geworden. Mit einem Wort, beobachten wir gerade den Sieg der Realität gegen künstlich geschaffene Stereotype, die einfachen Menschen aufgezwungen werden.

Der Korrespondent der britischen Zeitung „The Independent“, Oliver Carroll, begann seinen Artikel mit der Schilderung der „Verbrüderung von englischen und russischen Fans“ und erzählte dann über die Geschichte der bilateralen Beziehungen beider Länder. Solche Beispiele gibt es sehr viele in europäischen, asiatischen und afrikanischen Medien.

Der britische „Daily Telegraph“ schrieb, dass das Spiel der englischen Mannschaft in Wolgograd „möglicherweise das freundschaftlichste unter allen erinnernswerten Spielen bei Fußballwettbewerben“ gewesen sei. Das ist sehr wichtig, denn gerade in Großbritannien hatte man die Fans mit der „russischen Aggression“ beängstigt. Sie können sich wohl an die furchtbaren und sehr schändlichen Filme von BBC erinnern, die noch vor anderthalb Jahren gezeigt worden waren: Man dürfte nach Russland nicht reisen, weil man dort die britischen Fans verprügeln würde.

Und ein britischer Fan namens Billy Grant erzählte der Zeitung „Belfast Telegraph“, dass er noch etwas nervös gewesen sei, als er aus dem Flugzeug ausstieg; aber als er die Stadt erreichte und durch die Fan-Zone spazierte, wurde er schon von Menschen umarmt und fotografiert. „Ich würde jedem sagen: Glaubt nicht, was Ihr lest, kommen Sie hierher und überzeugen Sie sich davon selbst“, sagte er. Und ein Kollege von ihm sagte auf die Frage, ob er und die anderen den negativen Informationen über Russland, die von den britischen Medien verbreitet werden, glauben, dass sie alles mit ihren eigenen Augen gesehen haben und jetzt diesen Behauptungen nicht mehr glauben.

Die norwegische Zeitung „Dagbladet“ behauptet, dass sich Russland als WM-Gastgeber von seiner besten Seite gezeigt habe und dass alle Menschen, mit denen der Korrespondent der Zeitung sprach, fasziniert seien, dass es bei der WM keine Gewaltausbrüche gibt.

Der Korrespondent des norwegischen Senders TV 2 Norge, Øystein Bogen, beschrieb die Ereignisse so: „Jetzt verstehe ich besser, warum man sich bei Weltmeisterschaften so wohl fühlt. Das ist eine fantastische Unterhaltung. Das ist die Verbrüderung, die sich über die Staatsgrenzen hinaus verbreitet, und das ist ein beeindruckendes Ereignis. Man muss das Gastgeberland nur dafür loben, was es erreicht hat.“

Leider gibt es aber auch negative Berichte. Das US-amerikanische „Wall Street Journal“ veröffentlichte beispielsweise einen Beitrag, in dem der Korrespondent Joshua Robinson schrieb, dass die „atemberaubenden“ Siege Russlands gegen die beiden ersten Gegner „viele Fragen wegen der Doping-Skandale in Sotschi hervorrufen“. Bei wem rufen sie Fragen hervor – und welche Fragen? Wir hatten bereits einen Kommentar zu diesem Thema abgegeben. Ich will abermals sagen: Wir rufen alle Menschen, die irgendwelche Zweifel haben, auf, sich mit dem Beschluss der Anti-Doping-Kommission und mit einer Erklärung des FIFA-Pressedienstes bekannt zu machen, in der geschrieben steht, „dass die Ermittlungen gegen russische Fußballer, die in das vorläufige Aufgebot für die WM-2018 aufgenommen worden waren, beendet und alle Fälle geschlossen wurden“.

Neben unobjektiven und propagandistischen Informationen gab es auch unverhohlene „Fake News“. Jemandem fällt es offenbar schwer, zu glauben, dass Russland kein barbarisches Land ist, über das man geschrieben hatte. Deshalb scheuen sich manche westliche Medien nicht, offenbare „Fake News“ zu veröffentlichen. In sozialen Netzwerken wurde beispielsweise ein Foto verbreitet, auf dem mitten auf einer Straße Dutzende Hundekadaver zu sehen waren. Natürlich wurde dabei behauptet, dies wäre eine Illustration zur Fußball-WM in Russland. Später stellte sich heraus, dass dieses Bild nicht in Russland, sondern in Pakistan gemacht worden war. Und es fand sich auch der Autor dieses Fotos: Akhtar Soomro von der Nachrichtenagentur Reuters. Noch mehr als das: Dieses Bild war am 4. August 2016 in Karachi gemacht worden, und es wurde auch das Originalfoto wiederhergestellt. Es ist offensichtlich, dass es nicht in Russland gemacht wurde. Aber leider wurde dieses Foto von verschiedenen Nachrichtenagenturen verbreitet, unter anderem von France Press – in einem Bericht über die Ereignisse in Russland im Vorfeld der WM. Leider gibt es offenbare „Fake News“.

Und es gab noch einen „Einwurf“ von Desinformationen – von CNN. Es wurde behauptet, der ägyptische Star des FC Liverpool, Mohammed Salah könnte „die Nationalmannschaft verlassen“, weil er angeblich „mit den Ereignissen in Tschetschenien unzufrieden“ wäre. Aber bevor man so etwas im Fernsehen berichtet, hätte man das gleichzeitig mit der offiziellen Position der Nationalmannschaft Ägyptens rüberbringen und zugleich den Spieler selbst dazu etwas sagen lassen. Der Pressedienst des ägyptischen Fußballverbandes teilte mit, er würde nichts über die Absicht des Spielers zum Rücktritt aus dem Team wissen. Auf solche schmutzigen Instrumente greift man manchmal auch zurück.

Sie hörten bestimmt viel darüber, dass Russland den bevorstehenden Wettbewerb in seinen politischen Interessen ausnutzen würde. Wir sehen aber, wie dieses sportliche Ereignis von anderen Ländern in ihren politischen Interessen ausgenutzt wird. Solche Beispiele gibt es wirklich viele. Wir betonen immer, dass Sport mit Politik nichts zu tun hat und dass die Politisierung dieses Themas sportliche Ereignisse tötet und den Sportlern selbst schadet.

Ich muss noch etwas unbedingt sagen: Wir waren von einer OSZE-Veranstaltung in Kiew zum Thema „Medienfreiheit“ einfach schockiert, wobei man versuchte, dieses Thema an die Fußball-WM zu binden. Gibt es etwa Probleme mit der Akkreditierung von Journalisten? Werden etwa Journalisten zu den Wettbewerben nicht zugelassen? Meines Erachtens wurde alles absolut transparent, klar und logisch organisiert. Die Hauptsache ist, dass wir keine Einwände seitens von Journalisten selbst hören. Es ist völlig unklar, wie man diese zwei Themen aneinander binden kann.

Bei der Politisierung der Fußball-WM zeigten sich deutsche Medien besonders aktiv. Ich muss doch bitten – es ist einfach unmöglich, so etwas zu lesen! Da gibt es wochenlang jeden Tag Aufrufe an die politische Führung, an Politiker und Gesellschaftsvertreter, nach Russland nicht zu reisen. Tagtäglich dieselben Berichte in deutscher Sprache! Ich weiß nicht, für wen sie bestimmt sind, aber kaum für das russische Publikum – vielleicht für die deutschen Spieler? Möglicherweise haben die deutschen Fußballer zu viele Aufrufe an Politiker gelesen und sie als eine Art Anleitung zum Handeln wahrgenommen? Aus natürlichen Gründen gibt es für sie nichts, was sie besuchen könnten. Aber das ist nur meine Vermutung.

Ich möchte einige Aussagen der WM-Teilnehmer zitieren, die leider Russland verlassen mussten, weil sie in der Gruppenphase gescheitert waren. Deshalb haben sie ihre eigene endgültige Meinung darüber gebildet, was sie gesehen hatten. Die Mannschaft Islands, die übrigens die Herzen vieler Russen erobert hatte, die mit ihr von ganzem Herzen mitfieberten und sich über ihre Siege freuten und über ihre Misserfolge sehr traurig waren, schrieb beispielsweise auf Twitter: „Diese WM war episch. Wir haben auf dem Rasen absolut alles gelassen und verlassen das Turnier erhobenen Hauptes. Danke Euch, die besten Fans der Welt! Danke, Russland, für einen solch warmen Empfang!“ Und der marokkanische Torwart Yassine Bounou sagte nach dem Spiel gegen Spanien: „Russland hat sehr gute Stadien, freundliche Menschen und sehr schöne Städte.“ Und der nigerianische Star John Obi Mikel, der bei dieser WM wahre Wunder bewirkt, sagte Journalisten folgendes: „In Russland verhält man sich zu uns sehr gut – alle unterstützen uns, und es gibt keine Äußerungen des Rassismus. Es ist faszinierend, wie man uns hier unterstützt.“ Und dabei war der Rassismus neben den russischen Fans eines der Lieblingsthemen für westliche Medien, die den Menschen gesagt hatten, sie sollten nach Russland lieber nicht reisen.

Wir werden dieses Thema auch weiter verfolgen und uns auf schöne Spiele freuen – und auch unsere Mannschaft unterstützen.

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