Rede des amtierenden Außenministers Russlands, Sergej Lawrow, bei der Blumenniederlegung an den Gedenktafeln zum Tag des Sieges am 8. Mai 2018 in Moskau

Liebe Freunde,

jedes Jahr begehen wir an diesem Tag das größte Datum in der Geschichte unseres Landes – den Tag des Sieges, den Tag der Freude über die großen Errungenschaften unserer Väter und Großväter und den Tag der Trauer über diejenigen, die für immer und ewig auf den Schlachtfeldern geblieben sind. Unter ihnen gab es auch Mitarbeiter des Volkskommissariats für Äußeres und des Volkskommissariats für Außenhandel, und das Gedenken an sie wurde in diesem Saal verewigt. Natürlich wissen wir ihre Heldentat sehr zu schätzen, wie auch die Bemühungen der Mitarbeiter, die an der außenpolitischen Front den Kampf der Völker der Sowjetunion gegen das Hitler-Deutschland diplomatisch begleiteten.

In diesem Jahr begehen wir mehrere wichtige Jubiläen – vor allem den 75. Jahrestag der Schlacht um Stalingrad, die zum Wendepunkt nicht nur im Großen vaterländischen, sondern auch im ganzen Zweiten Weltkrieg wurde. In diesem Jahr begehen wir auch den 75. Jahrestag der Moskauer Konferenz der Außenminister der UdSSR, der USA und Großbritanniens sowie der Teheraner Konferenz  der Alliierten-Staatsoberhäupter.

Ich möchte abermals hervorheben, worüber schon öfter gesprochen wurde: Die gemeinsamen Gefahren und der gemeinsame Feind haben es den Ländern mit entgegengesetzten sozialwirtschaftlichen Systemen und Ideologien gestattet, sich im Interesse des gemeinsamen Siegs zu vereinigen, damit die Menschheit nicht in einer Katastrophe versinkt. Ich bin überzeugt, dass wir alle aus den damaligen Erfahrungen lernen sollten, die besonders in der aktuellen internationalen Situation akut sind.

Wir dürfen auch andere Lehren aus dieser Epoche nicht vergessen, als der nationale Egoismus und die Respektlosigkeit gegenüber den Prinzipien der gleichen und unteilbaren Sicherheit die Oberhand gewannen, als man versuchte, die eigene Sicherheit auf Kosten der Sicherheit anderer zu festigen. Ich meine natürlich das Münchner Komplott vor 80 Jahren, aus dem Jahr 1938, das im Grunde zum Höhepunkt der Politik  der westlichen Großmächte zur Beschwichtigung des Dritten Reiches wurde. Ausgerechnet das Münchner Komplott wurde zu einer Art „Vorspiel“ des Zweiten Weltkriegs. Auch über diese sehr traurige Erfahrung dürfen wir in der heutigen Situation nicht vergessen.

Russland wird nie so vorgehen, dass es der Sicherheit eines anderen Landes schaden würde – wir sind immer für einen ehrlichen Dialog offen, der sich auf den Respekt für die Interessen aller Partner und auf die Suche nach einer Balance dieser Interessen stützen würde. Wir sind auch jetzt dazu bereit, was Präsident Wladimir Putin während seines gestrigen Amtsantritts sagte. Wir werden diese Prinzipien konsequent verteidigen und unser Bestes tun, damit die Schrecken, die die Menschheit während des Zweiten Weltkriegs erleben musste, sich nie mehr wiederholen.

Ich möchte abermals vor allem unsere lieben Veteranen zu diesem großen Feiertag gratulieren, ihnen viel Gesundheit und den weiteren Beitrag zur Arbeit unsere Ministeriums wünschen.

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