Russische Schüler spielen Theater

Bald werden am Bodensee 18 Gymnasiasten erwartet, die aus der etwa 400 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Stadt Nischni Nowgorod kommen. Sie sind auf einer Gastspielreise, um ihr Theaterstück „Kommt wieder, aber ohne Waffen“ aufzuführen. Das Katholische Bildungswerk der Seelsorgeeinheit Meersburg hat sie an den Bodensee eingeladen.

Das Theaterstück basiert auf einem Buch, das etwa 50 Geschichten nach Erinnerungen deutscher Soldaten enthält, die Kriegsgefangene in der Stadt Wladimir und in Nischni Nowgorod waren. Wladimir ist Partnerstadt von Erlangen. Das Buch wurde zum 70. Jahrestag des Kriegsendes vom Partnerschaftsbeauftragten der Stadt herausgegeben. Rose Ebding war seit 2014 im Rahmen eines gemeinsamen Programms von Bund und Ländern zur Förderung der deutschen Sprache und Kultur Deutschlehrerin an einem Gymnasium in Nischni Nowgorod. „Viele der Erzählungen in dem Buch haben mich an die Geschichten erinnert, die mein Vater nach seiner Rückkehr aus russischer Gefangenschaft 1950 erzählt hat“, berichtet sie.

In Russland werde jedes Jahr am 9. Mai des Kriegsendes gedacht. Dazu hat Rose Ebding Geschichten aus dem Buch zu einem Theaterstück verwoben. Einige Protagonisten des Buchs hat sie persönlich kennengelernt, wie den 95-jährigen Wolfgang Morell aus Erlangen, der als Zeitzeuge zu den Aufführungen des Stücks kommen wird.

Als Schüler aus Nischni Nowgorod bei einem Besuch des Erlanger Oberbürgermeisters im der Stadt Wladimir einige Szenen des Stücks gezeigt haben, wurden sie nach Erlangen eingeladen, um ihr Stück dort zu zeigen. Dass die Schüler auch an den Bodensee kommen können, machen neben Beiträgen ihrer Eltern auch Spenden möglich. Das Bildungswerk unterhält schon seit einigen Jahren gute Beziehungen nach Nischni Nowgorod. Musiker der dortigen Musikhochschule gastieren regelmäßig in Immenstaad. Hubert Lehle, der schon zu Besuch in Nischni Nowgorod war, hofft, dass es beim Besuch der russischen Schüler am See auch zu einem Austausch mit deutschen Schülern kommt: „Kontakte auf persönlicher Ebene sind für mich so etwas wie ein Garant für den Frieden“, sagt Hubert Lehle.

Quelle: https://www.suedkurier.de/…/Russische-Schueler-spielen-Thea…

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