Stuttgart und Samara feiern 25-jährige Städtepartnerschaft mit Festakt

Seit 25 Jahren sind Stuttgart und die russische Stadt Samara durch eine Städtepartnerschaft verbunden. Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat das Jubiläum am Freitag, 29. September, mit einem Festakt im Rathaus gewürdigt. An der Veranstaltung nahm eine siebenköpfige Delegation aus Samara unter der Leitung des Ersten Bürgermeisters Vladimir Slastenin teil. Die russische Delegation hält sich noch bis zum 30. September in der Landeshauptstadt auf.

Der Festakt zum Jubiläum wurde durch einen Auftritt des Musikers Sergej Riasanow eröffnet. Er stammt aus Samara und lebt in Stuttgart. OB Kuhn begrüßte die russische Delegation. Er sagte: „Samara ist die jüngste unserer zehn Städtepartnerschaften. Diese wichtige Partnerschaft ist eine Brücke nach Russland. In Zeiten, in denen die Beziehungen zwischen unseren Ländern komplizierter geworden sind, ist eine funktionierende Städtepartnerschaft besonders wichtig. Sie kann einen Beitrag leisten, um Differenzen zu beheben“, so Kuhn. Der OB betonte, die Partnerschaft zwischen den beiden Städten sei fest verankert. Die intensive Kooperation in den verschiedenen Bereichen sei ein Zeichen für eine lebendige Partnerschaft. Kuhn weiter: „Für die nächsten 25 Jahre wünsche ich uns, dass die Partnerschaft weiter wächst und gedeiht.“

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt
EBM Slastenin dankte OB Kuhn für die Einladung nach Stuttgart und trug sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein. Er sagte: „Wir sind sehr berührt von Ihrer Gastfreundschaft. In den vergangenen 25 Jahren ist unsere Partnerschaft immer weiter gewachsen. Unserer Städte verbindet eine tiefe Freundschaft. Wir freuen, auf weitere 25 Jahre der Städtepartnerschaft und Freundschaft mit Stuttgart“, so Slastenin.

Anschließend wurden Fotografien von Maria Polezhaeva gezeigt. Die aus Samara stammende Fotografin war 2015 Stipendiatin der Stadt Stuttgart an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Sie hat vor und während des Jubiläumsjahres 2017 zahlreiche Beteiligte in den Partnerstädten besucht, die durch ihre engagierte Arbeit den Austausch zwischen Stuttgart und Samara prägen und gestalten. In der Fotoschau wurden die Akteure, die das Herz der Städtepartnerschaft bilden, aber meist im Hintergrund bleiben, vorgestellt und gewürdigt.

Wie eine Zeitreise waren die Erzählungen von Anja Schuberth und Stephane-Davy Barth. Sie berichteten von ihrem Besuch in Samara im Oktober 1992. Schuberth und Barth waren vor 25 Jahren die ersten Stuttgarter Gymnasiasten, die die neue russische Partnerstadt besuchten. Anlass war der Start einer „Freundschaftsrakete“ zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas und zum Ende des Ost-West-Konflikts. Die Sojus-Rakete wurde mit Spielzeug und den Briefen russischer Schülerinnen und Schüler bestückt und in Richtung amerikanischer Pazifikküste abgeschossen. Die beiden Stuttgarter Gymnasiasten waren von der Stadt Samara eingeladen worden, an dem Raketenstart teilzunehmen.
Hohe Auszeichnung für ehemalige Schulleiterin
Jelena Sokolowa aus Samara wurde in Abwesenheit mit der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Sokolowa hat sich als Schulleiterin des Gymnasiums Nr. 4 in Samara intensiv für den Schüleraustausch und die Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Leibniz Gymnasium eingesetzt. Dadurch wurde die Städtepartnerschaft nachhaltig belebt. Auch im Ruhestand führt sie ihr Engagement für das deutsch-russische Verhältnis weiter. Da sie aus gesundheitlichen Gründen nicht am Festakt teilnehmen konnte, überreichte OB Kuhn die Medaille stellvertretend an EBM Slastenin. Er wird Sokolowa die Medaille nach seiner Rückkehr in Samara überreichen.

Mit einem Stehempfang vor dem Panoramafenster im vierten Stock des Rathauses und vielen Gesprächen zwischen Deutschen und Russen klang der Festakt zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft aus.

Die russische Delegation hält sich seit dem 27. September in der Landeshauptstadt auf. Ziel des Besuchs ist es, die 25-jährige Partnerschaft zu feiern und die Beziehungen weiter zu vertiefen. Er knüpft an die Gespräche und Ergebnisse der Stuttgarter Delegationsreise nach Samara im Juni 2017 an.

Eine wichtige Säule der Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Samara war von Beginn an der Schüleraustausch. Beim Besuch des Leibniz-Gymnasiums erhielten die Gäste einen Einblick in die engen Beziehungen zu der Partnerschule in Samara, dem Gymnasium Nr. 4 . Außerdem stellten die Schülerinnen und Schüler der Russisch AG ihre Sprachfertigkeiten bei einer Theateraufführung in russischer Sprache unter Beweis.

Die Partnerschaft mit Samara spiegelt sich jetzt auch im Stuttgarter Straßenverkehr wider: Auf städtische Initiative hin wurde eine Stadtbahn der SSB auf den Namen „Samara“ getauft. Die Taufe nahmen der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, EBM Vladimir Slastenin und Wolfgang Arnold, Technischer Vorstand und Vorstandssprecher der SSB, im SSB-Zentrum gemeinsam vor. Nach der Stadtbahn „Cardiff“ ist es die zweite Bahn in Stuttgart, die unter dem Namen einer Partnerstadt fährt.

2018 ist Russland Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft. In Samara wird dafür aktuell ein neues Stadion gebaut, in dem rund 45.000 Zuschauer Platz finden sollen. Insgesamt sind sechs WM-Spiele in Samara geplant, darunter ein Achtel- und ein Viertelfinalspiel. Bereits beim Besuch der Stuttgarter Delegation im Juni war die Vorfreude der Einwohner auf die WM spürbar. Da Stuttgart wiederholt Austragungsort von Fußball-WM und -EM-Spielen war, sind die Partnerstädte seit langem in einem engen Austausch. Die russische Delegation nutzte ihren Besuch in Stuttgart, um sich mit Vertretern des Sportamts und des VfB Stuttgart zu treffen. Die Delegationsteilnehmer interessierten sich insbesondere für die Stuttgarter Erfahrungen mit der Fußball-WM 2006. Im Vordergrund standen die Themen Public Viewing, City Dressing, Ausbau der Infrastruktur und die Fußball-WM als Wirtschaftsfaktor.

Zusammenarbeit im medizinischen Bereich
Die Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Samara erstreckt sich auch auf den medizinischen Bereich. Das Olgahospital hat die Gäste aus Russland daher für den 29. September zu seiner Feier zum 175-jährigen Geburtstag eingeladen. Das Krankenhaus hat traditionell gute Beziehungen zur Kinderklinik Nr. 1 in Samara. Die Zusammenarbeit besteht im Austausch von Know-how unter medizinischen Fachkräften bei Fachgesprächen, Seminaren und Hospitationen. Mehrmals im Jahr kommen Ärzte und Pflegefachkräfte zu Konferenzen, Ausbildungskursen oder Hospitationen in beiden Städten zusammen. Die Kooperation erstreckt sich über die Themen Onkologie, Kinderchirurgie, Pflegeausbildung, Behandlung von Kindern mit Gaumenspalte, HNO und Neonatologie.

Für das kommende Wochenende stehen unter anderem noch die Besichtigung des Projekts S21, ein Besuch in der Staatsoper sowie eine Stadtrundfahrt mit Besichtigung des Fernsehturms auf dem Programm.

Das 25-jährige Jubiläum der Partnerschaft feiern die Städte mit über 40 Veranstaltungen und Begegnungen in Stuttgart und Samara. Vom Schul-, Jugend- und Sportaustausch über Filmwochen, Vorträge und Theaterprojekte bis hin zur stuttgartnacht am 14. Oktober.

Quelle: stuttgart.de

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