Übergabe von im Zweiten Weltkrieg gestohlenen historischen Fotografien an das russische Schloss- und Parkmuseum Gatschina

Am 20. September 2017 nahm der Botschafter der Russischen Föderation in der BRD Wladimir M. Grinin an der Übergabezeremonie der 45 einzigartiger historischer Fotografien an das Staatliche kunsthistorische Schloss- und Parkmuseum Gatschina teil. Die bislang verschollen geglaubten Aufnahmen zeigen einzigartige Ansichten des Schlosses Gatschina, darunter vor der russischen Revolution, sowie seiner Innenausstattung. Von besonderer Bedeutung sind diese Fotografien für Restauratoren, die nun die Möglichkeit bekommen haben, die Originalpalastanlage und seine Interieurs wiederherzustellen.

Die aus dem Schloss Gatschina während der Besatzung der Sowjetunion durch die deutsche Wehrmacht gestohlenen Aufnahmen gehören laut russischer Gesetzgebung zu den Kulturgütern der Russischen Föderation. Vor einiger Zeit wurden sie von den deutschen Kunstforschern auf einer Internet-Auktionsplattform aufgefunden und im April d.J. durch die Berliner Kriminalpolizei beschlagnahmt.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Dr. Monika Grütters übergab diese Fotographien persönlich an die Vertreter des Museums. Die Staatsministerin betonte in ihrer Ansprache an die Anwesenden, dass der Raub von Kunst und Kulturgut, die barbarischen Raubzüge der Nationalsozialisten und der Wehrmacht in russischen Museen, Bibliotheken, Archiven und historischen Gebäuden zu den von Deutschen begangenen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg gehörten. Darüber hinaus schätzte die Politikerin die Tätigkeit des Forums „Deutsch-Russische Museumsdialog“ und betonte die Notwendigkeit, über die im Kriege sowohl aus der Sowjetunion als auch aus Deutschland verbrachten Kulturgüter weiter nachzuforschen und an rechtmäßige Eigentümer zurückzugeben.

Die Zeremonie wurde vom Präsidenten der Stiftung „Preußischer Kulturbesitz“ Prof. Dr. Hermann Parzinger, dem deutschen Sprecher des oben genannten „Museumsdialogs“, organisiert. Anwesend waren ca. 30 Vertreter der deutschen Museen und Bibliotheken.

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