Rede vom Botschafter W.Grinin bei der Eröffnung des restaurierten Memorials in Elsterwerda, 21. September 2017

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Sehr geehrter Herr stellvertretender Ministerpräsident,

Sehr geehrter Herr Landrat,

Liebe Freunde!

Ich möchte mich herzlich bedanken für diese heutige Zeremonie sowie für die Einladung daran teilzunehmen. Das ist, aus meiner Sicht, ein bedeutungsvolles Ereignis, das ist ein wichtiges Zeichen des Friedens und der Versöhnung zwischen unseren Völkern.

Heute weihen wir die Namenstafeln auf dem Ehrenfriedhof in Elsterwerda ein, auf dem über 3000 gefallene sowjetische Soldaten, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter ihre letzte Ruhe gefunden haben. Es ist unsere höchste Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Andenken an die Gefallenen nicht in Vergessenheit gerät. Eben deswegen möchte ich nochmals betonen, dass die heutige Gedenkveranstaltung von einer besonderen Bedeutung ist. Durch gemeinsame Aktionen zur Sanierung der Kriegsgräberstätten stellen Russen und Deutsche es unter Beweis, dass der immerwährende Auftrag der Aufrechterhaltung des Friedens für uns alle gilt.

Leider müssen wir feststellen, dass friedensstiftende Prozesse heutzutage wieder sehr gefährdet sind. Mit Sorge sehen wir, wie die künstlich geschaffene präzedenzlose Instabilität in vielen Teilen der Welt den Frieden bedroht. In diesen Umständen ist es von essenzieller Bedeutung, dass eine zuverlässige und gleiche Sicherheit für jedes Mitglied der Weltgemeinschaft im politischen, militärischen, wirtschaftlichen, informationellen, humanitären und sonstigen Bereichen gewährleistet wird.

Diese Sicherheit darf aber nicht auf Kosten der Stabilität anderer Länder aufgebaut werden.

Die Russische Föderation ist ein Garant des Friedens und plädiert in diesem Sinne für die Schaffung eines gemeinsamen euroatlantischen Sicherheitssystems, das gegen andere Staaten nicht gerichtet ist. Nur die Oberhoheit des Rechts soll eine friedliche und erfolgreiche Zusammenarbeit der Staaten bei der Einhaltung des Gleichgewichts ihrer Interessen sicherstellen. Nur so können wir auf zuverlässige Weise die Nichtwiederholung jener grausamen Ereignisse, die die Menschheit vor einigen Jahrzehnten erschüttert hatten und wofür sie unsagbar teuren Preis bezahlt hatte.

Das heutige kalte politische Klima zwischen Russland und Deutschland muss durch Dialog auf verschiedenen Ebenen überwunden werden. Dazu gehören Volksdiplomatie, Kultur, Jugendaustausch. Eine gewichtige Rolle spielt in diesem Sinne das im Sommer dieses Jahres durch die gemeinsame Erklärung der Aussenminister Russlands und Deutschlands ins Leben gerufene Kreuzjahr der regionalen und kommunalen Partnerschaften 2017/2018.

Kommunen und Regionen spielen in der Erinnerungskultur eine ausschlaggebende Rolle.

Mit Rückblick auf tragische Kriegserfahrungen entwickelte sie sich auch in Brandenburg, was wir sehr zu schätzen wissen. Sowjetische Kriegsdenkmäler werden hier fürsorglich gepflegt und in gutem Zustand aufrechterhalten.

Die Erinnerung an den Verlust von Liebsten und Nächsten machte es letztendlich möglich, dass wir uns anzunähern begannen und den Weg der historischen Versöhnung einschlugen. Unser gemeinsames Engagement im Bereich der Kriegsgräberfürsorge ist auch ein Zeichen der Versöhnung zwischen Russen und Deutschen.

Es sind viele deutsche Beteiligte, die in Zusammenarbeit mit ihren russischen Kollegen helfen, sowjetische Mahnmale und Kriegsgräber auf deutschem Boden zu erhalten: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Bundeswehr, zahlreiche deutsche Städte und Gemeinden vor Ort in Deutschland.

Dasselbe geschieht auch auf dem russischen Boden, wo dank der Pflege Gräber von gefallenen sowjetischen und deutschen Soldaten im guten Zustand unterhalten werden. In diesem Zusammenhang kann man sich alleine an das Projekt „Rossoschka“ bei Wolgograd erinnern, von vielen vielen anderen, die es gibt.

Ich danke allen, die sich für die Errichtung der Namenstafeln auf der sowjetischen Ehrengrabanlage in Elsterwerda eingesetzt haben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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