Antwort der stellvertretenden Direktorin der Informations- und Pressestelle des Außenministeriums Russlands, Anastassija Fjodorowa, auf eine Medienfrage zur Kritik am Gaspipelineprojekt Nord-Stream-2

Frage: Das Gaspipelineprojekt Nord-Stream-2, das von Gazprom und mehreren größten westeuropäischen Energieunternehmen initiiert wurde, wird in der letzten Zeit unbegründet sowohl von einigen EU-Ländern, als auch von Washington angegriffen. Es wird ausschließlich in schwarzer Farbe als schädlich für die Energiesicherheit der EU und Energie-Reformen in der Ukraine dargestellt. Wie würden Sie das kommentieren?

Antwort: Wir und viele unsere Partner in der EU betrachten dieses Projekt als äußerst wichtig aus der Sicht der Lieferungen von Rohrleitungsgas an die EU, deren Bedarf im Laufe der Jahre angesichts des Rückgangs der eigenen Förderung in Europa und einer ständigen Nachfrage nach diesem Energieträger nur wachsen wird. Wir bestätigten mehrmals, dass Nord-Stream-2 ein rein kommerzielles Projekt ist. Ausgehend von Marktprinzipien sollte alles durch die wirtschaftliche Attraktivität jeweiliger Vorschläge für den Verbraucher bestimmt werden. Anscheinend denken unsere US-Partner so nicht. Unter Bedingungen, wenn Flüssiggas gegenüber dem russischen Rohrleitungsgas stark verliert, beschlossen sie, zu nichtwirtschaftlichen Kampfmethoden um den europäischen Gasmarkt zu greifen. Das wurde zum Hauptgrund solcher erbitterten Nichtakzeptanz von Nord-Stream-2 durch US-Kongress und US-Gaslobby.

Es wird zu zynischsten Methoden des unlauteren Wettbewerbs gegriffen, wenn die Hauptaufgabe die Anschwärzung des Konkurrenten und Einfluss auf Kontrahenten ist, darunter via Einschüchterung durch Sanktionen, um ihn dazu zu zwingen, seine teurere Ware zu kaufen. Dabei wird verschwiegen, dass die Änderung der Marktstruktur zur Änderung der Preise für das an die EU kommende Gas führen wird. Wir sind davon überzeugt, dass die Gegner von Nord-Stream-2 sich nicht um die Energiesicherheit Europas, sondern um eigenen Vorteil kümmern oder sich nach dem Streben richten, Russland zu schaden. Natürlich kann der Versuch zu erkennen sein, „zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“. Auffallend ist, dass in der EU vor allem die Politiker aus einer beschränkten Zahl der Länder das Nord-Stream-2-Projekt angreifen. Die führenden europäischen Energieunternehmen, sowie wir wissen, sind einer ganz anderen Meinung.

Was die Ukraine betrifft, sieht das Konzept des Baus von Nord-Stream-2 nicht den Stopp des Transits vom russischen Gas via vorhandene Gaspipelines vor. Die Aufrechterhaltung des Transits durch die Ukraine wäre nur im Falle der Bereitstellung von konkurrenzfähigen Transittarifen durch Kiew und Ausgleich der bekannten Transitrisiken möglich, darunter Aufhebung jeder Ansprüche und absurder Klagen gegen Gazprom möglich.

Quelle: mid.ru

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