Grußwort des Gesandten Russlands Oleg Krasnitzkiy vor dem Konzert der Stipendiaten der Spivakov-Stiftung, 23.Mai 2017

Exzellenzen,

sehr geehrte Bundestagsabgeordnete,

sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde!

Willkommen in der Russischen Botschaft!

Herr Botschafter Grinin bittet ihn für seine Abwesenheit zu entschuldigen. Er hat aber einen guten Grund dafür: In diesen Minuten eröffnet er in der schönen Stadt Freiburg an den Hängen des Schwarzwalds das Zentrum für Russische Kultur, benannt nach der herausragenden russischen Dichterin Marina Zwetajewa. Die Tätigkeit der neuen Einrichtung, die unter dem Dach der berühmten Freiburger Universität errichtet worden ist, wird die auf Russland bezogenen Aktivitäten in der Stadt und der Region administrativ bündeln und eigene Initiativen, wie zum Beispiel das Fest „Russische Kulturtage“, entwickeln.

Erstaunlicherweise kann das heutige Ereignis durch einen zeitlichen Zusammenfall als Teil einer Art Russischer Frühlingssaison der Kultur angesehen werden. Nicht nur weil das Zwetajewa-Zentrum eröffnet wird oder wir heute in der Russischen Botschaft im Rahmen unseres Konzerts die Musik in Darbietung von herausragenden jungen Talenten aus Russland erklingen lassen werden. Nein, es geht um viele andere Ereignisse.

Am 3. Mai ist in Marbach die Ausstellung eröffnet worden, die sich mit den Verbindungen des herausragenden deutschen Dichters Rainer Maria Rilke mit seiner „geistigen Heimat“ Russland auseinandersetzt. Apropos: Mit ihm stand Marina Zwetajewa bis zu seinem Tod 1926 in einem bewegenden lyrischen Schriftwechsel. Am 8. Und 9. Mai wurden in vielen Städten Deutschlands und Russlands unzählige Kulturaktionen zum Gedenken an den Sieg über Nazismus im Zweiten Weltkrieg durchgeführt. Und am 14. Mai wurde in Gotha die Ausstellung der Meisterwerke aus dem Moskauer Puschkin-Museum für bildende Künste eröffnet – als Antwort auf die Mitwirkung des Herzoglichen Museums Gotha an der Ausstellung der Cranach-Gemälde 2016 in Moskau.

Es ist sehr symbolisch, dass diese eigenartige Kultursaison, und insbesondere das heutige Konzert, in die Zeit des deutsch-russischen Jahres des Jugendaustausches 2016-2017 fallen. Wir wissen solche Kulturveranstaltungen zu schätzen, die zur Behebung bestehender Vorurteile und Stereotype im Verhältnis zwischen unseren Ländern und Völkern beitragen. Denn sie führen vor Augen, dass die Völker unserer Länder nach gegenseitigem Austausch und Verständnis streben.

Bevor wir nun in die Welt der Musik eintauchen, gestatten Sie mir ein paar Worte zu den Kindern zu sagen, die gleich auf die Bühne gebeten werden. Alina Chertash, Vladimir Petrov, Naina Kobzareva, Erik Mirzoyan, Damir Kutuev – sie alle sind bereits hervorragende Musiker. Trotz ihres jugendlichen Alters haben sie schon die halbe Welt bereist. Beeindruckend lang ist die Liste der Preise und Auszeichnungen, die die jungen Künstlerinnen und Künstler schon bei verschiedensten Wettbewerben weltweit und in Russland errungen haben. Jemand würde sie Wunderkinder nennen, was aber nicht ganz stimmt. Denn ihr hohes künstlerisches Können verdanken sie vor allem ihrem Fleiß, der Zielstrebigkeit, und nicht zuletzt der Förderung durch die vom Weltklassedirigenten Vladimir Spivakov im Jahre 1994 gegründete Stiftung. Ihre vielfältigen Tätigkeiten sind auf das berufliche Fortkommen junger Talente im Kunstbereich und Schaffung günstiger Bedingungen für deren kreative Entwicklung ausgerichtet. Die Bilanz der Stiftung: über 10.000 Kinder wurden bisher gefördert, von denen heute viele zu namhaften Musikern zählen, wie zum Beispiel der Pianist Nikolai Tokarew.

Abschließend möchte ich mich gern bei denen bedanken, die das heutige Konzert möglich gemacht haben. Das sind die genannte Internationale Spivakov-Stiftung und der Sponsor des Konzerts – GAZPROM Germania GmbH. Vielen Dank für die Unterstützung.

Ich wünsche allen ein schönes Konzerterlebnis und danke für die Aufmerksamkeit.

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