Zu Feierlichkeiten aus Anlass des Tages des Sieges in Berlin, 9. Mai 2017

Am 9. Mai d.J. fanden Gedenkveranstaltungen aus Anlass des 72. Jahrestags des Sieges des sowjetischen Volks im Zweiten Weltkrieg gegen Faschismus und Nationalsozialismus statt. Mehr als 27 Millionen sowjetische Bürger hatten ihr Leben für die Befreiung ihrer Heimat und Europas von der Ideologie geopfert, die die Menschheit in den blutigsten Krieg aller Zeiten stürzte und  Massenvernichtung von Menschen in Todeslagern verursachte.

„An diesem Tag kann man nicht umhin, sich durch ein breites Verständnis inspirieren zu lassen, das die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses, des Sieges der Nächstenliebe über die menschenverachtende Ideologie und Handlungsweise findet“, erklärte Botschafter der Russischen Föderation Wladimir Grinin in seiner Begrüßungsansprache zum Tag des Sieges. Als einen „immensen Beitrag zur Wahrung des Friedens auf unserem Planeten“ hat er Verständnis und Versöhnung mit dem deutschen Volk über den Gräbern der Gefallenen bezeichnet. „Dies darf man auf keinen Fall verschleiern, geschweige denn, aushöhlen durch wie auch immer geartete politische Vorlieben und Handlungen. Denn wir stehen vor vielen globalen Herausforderungen, die, unter anderem, denjenigen ideologischen Lastern gleichen, denen am Tag des Sieges ein Ende gesetzt worden ist“, so Wladimir Grinin.

Die Gedenkveranstaltungen fanden auf drei größten sowjetischen Kriegsgräberstätten in Berlin – in dem Treptower Park, Tiergarten und der Schönholzer Heide (Pankow) – statt. Botschafter und Vertreter der Botschaften der GUS-Länder und Italiens, Vertreter der Bundesregierung, Bundesländer, Landesbehörden und Nichtregierungsorganisationen nahmen an der Kranzniederlegung teil und gedachten der Gefallenen mit einer Schweigeminute. Bürger verschiedener Staaten und Altersgruppen brachten ihre Blumen zu den sowjetischen Ehrenmalen. Mehr als 1500 Teilnehmer der Bewegung „Unsterbliches Regiment“ legten den Weg vom Brandenburger Tor zum Ehrenmal im Tiergaren mit Bildern ihrer Verwandten zurück. Trotz des regnerischen Wetters verließen die Menschen das Ehrenmal nicht. Sie sangen Kriegslieder, erzählten von ihren Familienangehörigen, die an den Fronten des Zweiten Weltkriegs gekämpft hatten, und lasen Gedichte von Konstantin Simonow und Alexander Twardowskij vor. Mehr als 200 Biker, die sich den „Nachtwölfen“ angeschlossen haben, waren an einer Motorradtour zum Gedenken an die Gefallenen mit dabei. Ein festliches Konzert fand im Treptower Park statt.

„Das ist mein erster Besuch im Treptower Park zum Tag des Sieges“, erzählt Elena, Studentin, die in St. Petersburg Geschichte studiert. – „Ich bin nach Berlin für die Maifeiertage gekommen und natürlich konnte ich die Chance nicht entgehen lassen, die berühmte Krypta unter der Befreier-Statue zu besichtigen. Man sagt, sie sei nur einmal im Jahr zum 9. Mai geöffnet. Das war ein sakrales Erlebnis! Als ob ich einen Tempel betreten hätte. Mein Urgroßvater war während der Leningrader Blockade umgekommen. Meine Urgroßmutter blieb alleine, aber sie gab nicht auf und rettete das Leben meines Großvaters. Der Tag des Sieges ist ein ganz besonderes Fest für mich, mein Lieblingsfest“.

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