Die Rede des russischen Botschafters Wladimir Grinin anlässlich des Konzerts des Jazzpianisten Daniel Kramer, Berlin, 6. April 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde,

Ich begrüße herzlichst alle, die heute in diesem Saal zum Konzert des Volkskünstlers Russlands Daniil Kramer zusammengekommen sind. Ich freue mich sehr, dass Frühlingsstimmung und Vorfreude auf wunderschöne Musik in Darbietung des Jazz-Pianisten Nr. 1 in Russland und auf angenehme Konversationen nach dem Konzert heute Abend zahlreiche Gäste unter dem Dach der russischen Auslandsvertretung in Deutschland versammelt haben. Herzlich willkommen!

Gestatten Sie mir dennoch, mit einem bei weitem nicht erfreulichen Thema zu beginnen. An diesem Montag, dem 3. April, ereignete sich in der nördlichen Hauptstadt Russlands, Sankt Petersburg, eine schreckliche Tragödie: 14 Personen kamen ums Leben und noch mehrere Dutzend wurden verletzt.
In diesem Zusammenhang möchte ich mein aufrichtiges Beileid den Angehörigen der Opfer dieses Terroranschlags und den Verletzten aussprechen. Darf ich Sie bitten, sich zu erheben. Ich bedanke mich. Ich möchte gerne meinen Dank all denen aussprechen, – darunter auch den hier Anwesenden, – die in diesen schweren Tagen ihre Anteilnahme und Mitleid mit Petersburgern gezeigt haben. Ich möchte unterstreichen, dass Mitleid und Unterstützung von den heutigen Deutschen für die Einwohner dieser Stadt einen besonderen Sinn und Stellenwert haben.

Im Grunde genommen: Die Bedrohung des internationalen Terrorismus darf und kann nicht einen zivilisierten Menschen kalt lassen. Und der einzige Weg, diesem Übel gegenüberzutreten und es zu besiegen, ist es, vernünftig zu agieren und Bemühungen der gesamten zivilisierten Staatengemeinschaft für den Kampf dagegen zu bündeln.

Vielen Dank Ihnen dafür, dass Sie heute mit uns sind.

Unser heutiges Beisammensein findet kurz vor dem großen und gesegneten Osterfest statt, wo man einfach nicht umhin kann, optimistisch zu bleiben und an gute Vorsätze des Menschen zu glauben. Kurz vor dem Osterfest schauen alle Christen voller Hoffnungen in die Zukunft hinein und verinnerlichen das Allerwichtigste: Unter allen Umständen muss man immer daran denken, dass die Stärke der Liebe und des Guten zusammen das Böse immer besiegt.

Und nun zur Musik, die meines Erachtens uns gerade behilflich sein kann, uns im Vorfeld des Osterfestes in eine optimistische Frühlingslaune zu versetzen.

Beim Konzert werden heitere und lebensfreudige Jazz-Melodien vom herausragenden Jazz-Pianisten Daniil Kramer gespielt. Warum werden wir uns heute gerade diesen Jazz anhören? Das liegt auf der Hand: Jazz wie kein anderer Musikstil symbolisiert die Einigung von Extremen – ursprünglich aus dem afrikanischen Kontinent stammend, entwickelte er sich im Endeffekt auf dem europäischen und amerikanischen Kontinent zu einer Kombination von Musikkulturen unterschiedlicher Völker und nationaler Traditionen. Jazz ist wahrhaftig eine internationale Musik.

Daniil Kramer ist einer der weltweit erfolgreichsten Pianisten, aber nicht nur. Er ist auch ein hervorragender Pädagoge, Komponist, Professor und künstlerischer Leiter einer ganzen Reihe von Jazz-Festivals in Russland. Kramer verbindet virtuos Melodien verschiedener Komponisten (unter anderem auch seine eigenen Melodien) und verwandelt sie in ein neues eigenständiges Musikstück. Dabei fließen die Melodien ineinander über und lassen ein Gefühl für organische Einheit der echten Musik entstehen. 

Aber selbst eine ausführliche Erzählung über das Schaffen des Maestros gewährt uns nur annähernd Einblick in den „Jazz von Daniil Kramer“. Das ist gerade der Fall, wo es besser ist, einmal zu hören …

Daher möchte ich abschließend allen unseren Gästen zu kommenden Feiertagen gratulieren und gute Gesundheit, Glück und seelische Harmonie wünschen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Lassen Sie uns den Maestro willkommen heißen!

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