Krise in Russland gemeistertRussland meistert Wirtschaftskrise und zieht deutsche Unternehmen stärker an

Rossijskaja Gaseta

Deutsche Unternehmer sind sich sicher, dass Russland die Krise erfolgreich überwunden hat und man in der russischen Wirtschaft nun aktiv tätig werden kann. Dies schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Dienstag.

„Es wird sich nun auszahlen, dass die große Mehrheit der deutschen Unternehmen im Land überwintert und auf eine Erholung des Marktes vertraut hat“, sagte der stellvertretende Ost-Ausschuss-Vorsitzende Klaus Schäfer in Berlin.

Nach zwei Jahren der Rezession in Folge komme die russische Wirtschaft 2017 langsam aus der Krise, so Schäfer. Mehr als zwei Drittel der Befragten würden für 2017 eine positive Entwicklung der russischen Wirtschaft erwarten. Das Geschäftsklima im Land habe sich nach den zwei Krisenjahren deutlich verbessert, sagte der Vorstandschef der Russisch-Deutschen Außenhandelskammer, Matthias Schepp. Der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier, sprach von einer erfolgreichen Überwindung der Krise in Russland.

Das Treffen in Berlin, bei dem die Ergebnisse der gemeinsamen Geschäftsklima-Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) vorgestellt wurden, sei ein weiteres Zeichen des guten Willens der deutschen Industrie gegenüber Russland trotz der vor dem Hintergrund der Russland-Sanktionen herrschenden Atmosphäre des Misstrauen. Es sei offensichtlich, dass die Wirtschaftselite Deutschlands die Signale der Krisenüberwindung und eines neuen günstigen Geschäftsklimas in Russland erkannt habe.

„2017 rechnen 63 Prozent der Befragten mit steigenden Umsätzen im Russland-Geschäft“, sagte Schepp. 40 Prozent der befragten Firmen gingen davon aus, künftig mehr Mitarbeiter in Russland zu beschäftigen. Immerhin ein Drittel der Unternehmen wolle in den nächsten zwölf Monaten in Russland investieren, so Schepp. „Insgesamt rechnen wir für 2017 mit einem Anstieg der deutschen Exporte nach Russland um mindestens fünf Prozent.“ Als wachstumsstärkste Branche nannte er die Land- und Ernährungswirtschaft.

Die deutschen Unternehmer seien auch mit dem russischen Finanzsystem zufrieden. Laut Roland Böhm, Bereichsleiter Corporates International der Commerzbank, überstand es die Krisenjahre viel besser als vermutet worden war. Zudem unterstrich er die positive Rolle der Zentralbank Russlands bei der Krisenüberwindung. Die Probleme sind ihm zufolge auf das sehr hohe Ranking untilgbarer Kredite (rund zehn Prozent) und die mangelnde Diversifizierung zurückzuführen.

Allerdings habe es auch Kritik gegeben. Die deutschen Unternehmen würden dazu gedrängt, die Fertigungstiefe in Russland zu erhöhen, dennoch seien die Regelungen, ab wann ein Produkt tatsächlich als „Made in Russia“ gelte, nicht klar definiert, so Schepp. Zudem spüren deutsche Unternehmen ihm zufolge Nachteile bei öffentlichen Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren, aber ebenso durch Einfuhrbeschränkungen.

Die deutschen Partner würden Verbesserungen in den Bereichen Normierung und Standardisierung, Einführung der Visafreiheit für Industrielle, Verbesserung der Infrastruktur und Erhöhung der Freiheit von Finanzströmen erwarten. Zum Schluss sagte Schepp, dass die Erhöhung des Anteils und die gestiegene Bedeutung der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Russland eine gute Nachricht für deutsche Unternehmer sei. Allerdings würden die Ziele trotz positiver Tendenzen nicht erreicht werden können, falls sich die europäischen Politiker nicht der Aufhebung der Sanktionen zuwenden sollten, so Schepp.

Quelle: SputnikNews

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