Ansprache des Botschafters Wladimir Grinin vor dem Konzert aus Anlass des Diplomatentages

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Gäste, Kollegen und Freunde,

zunächst einmal gestatten Sie mir, Sie herzlichst zu begrüßen. Der Anlass für unsere Zusammenkunft ist durchaus angenehm – morgen wird in Russland zum 15. Mal der Diplomatentag gefeiert.

Dieser Feiertag ist zwar verhältnismäßig neu, aber wird schon als langjährige Tradition wahrgenommen. Denn er wurde durch Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir W. Putin vom 31. Oktober 2002 anlässlich des 200. Jubiläums des russischen Außenministeriums ins Leben gerufen. Begangen wird der Diplomatentag am 10. Februar. Dieses Datum wird in der russischen Historiographie mit Vorbehalt als Gründungstag des ersten außenpolitischen Amtes Russlands, des Gesandschaftsamtes (posolski prikas), betrachtet. Genau an diesem Tag 1549 wurde zum ersten Mal die Verordnung des Zaren Iwan IV. erwähnt, „die gesandschaftlichen Angelegenheiten“ dem Duma-Djaken (Amtsschreiber) Iwan Michajlowitsch Wiskowatyj anzuvertrauen.

Dieser Feiertag soll Bedeutung und Würde des auswärtigen Dienstes unterstreichen und unserer Hochachtung vor der Professionalität von Diplomaten und deren Berufstreue Ausdruck verleihen.

In der Tat kommen Diplomaten ihren Aufgaben hingebungsvoll nach und leben für ihre Arbeit. Bedauerlicherweise kann es nicht ohne Tragödien auskommen. Ende vergangenen Jahres wurde der Botschafter Karlow perfide ermordet. Wir werden ihm für immer ein ehrendes Andenken bewahren.

Wie Russland seine Aufgaben auf dem internationalen Parkett sieht, beschreibt detailliert die Neufassung des Außenpolitischen Konzepts, das von Präsident Putin im November vergangenen Jahres genehmigt worden ist.

Im Mittelpunkt des Konzepts stehen Festigung vernünftiger Ansätze in den internationalen Beziehungen, Bündelung von Anstrengungen bei der Bekämpfung von Herausforderungen und Bedrohungen, die die Menschheit gemeinsam hat, Achtung der Souveränität und des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie politische Krisenbewältigung und Konfliktmanagement nach Maßgabe der Charta der Vereinten Nationen.

Hierbei drängen wir niemandem etwas auf, erteilen keinem irgendwelche Lektionen, versuchen nicht, einseitig zu profitieren und halten derartige Ansprüche für ausgesprochen fehlerhaft. Wir haben uns für ein pragmatisches Herangehen entschieden, das heißt, dafür, Berührungspunkte und gemeinsame Interessen zu finden, die gerade einen gemeinsamen und wirksamen Kampf gegen globale Herausforderungen sowie ein normales Leben und Wohlstand für unsere Mitbürger ermöglichen würden.

Liebe Freunde,

Das heutige Konzert ist ein musikalisches Geschenk zum beruflichen Feiertag von Diplomaten.

Daran nehmen junge, aber bereits international anerkannte Pianisten Georgij Gromow, Irina Tschistjakowa und Mark Taratuschkin, Flötistin Alija Wodowosowa sowie Bratscher Jekaterina Manafowa und Michail Balan teil. Diese jungen Menschen haben eine wichtige Eigenschaft gemeinsam – ihr herausragendes musikalisches Talent. Sie sind Gewinner und Preisträger prestigeträchtiger internationaler Musikwettbewerbe, sie treten erfolgreich in verschiedensten Ländern der Welt auf und produzieren Soloalben.

Das Allerwichtigste, was sie vereint, ist jedoch ihre Alma Mater – eine der führenden Musikakademien der Welt, das Staatliche Moskauer Tschaikowski-Konservatorium.

Diese Ausbildungsstätte wurde 1940 nach dem großen Komponisten, der eigentlich einer der ersten Dozenten am Konservatorium war, aus Anlass seines 100. Geburtstages benannt.

In den 150 Jahren seines Bestehens absolvierten das Studium am Konservatorium Hunderte herausragender Musiker. Darunter finden sich – um einige zu nennen – Pianisten Swjatoslaw Richter und Wladimir Aschkenasi, Geiger Dawid Oistrach und Wladimir Spiwakow, Cellist Mstislaw Rastropowitsch, Opernsänger Surab Sotkilawa und Jelena Obraszowa, Komponisten Sergej Rachmaninow und Dmitri Schostakowitsch sowie Dirigenten Jewgeni Swetlanow und Alexander Sweschnikow. Wer weiß, vielleicht, finden sich unter jungen Konservatorium-Absolventen, die uns heute ein musikalisches Erlebnis bereiten, ebenfalls künftige Stars von Weltrang!

Was das heutige Konzertprogramm anbelangt, so erklingt an diesem Februarabend in unserer Botschaft die Musik, die uns in die Zauberwelt beliebter Musikstücke russischer und europäischer Komponisten versetzen wird – Johann Sebastian Bach, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Maurice Ravel, Dmitri Schostakowitsch und Sergej Rachmaninow.

Die Musikstücke, die heute zu Gehör gebracht werden, folgen durchaus dem Grundsatz von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, der behauptete, dass sich die Schönheit in der Musik nicht in der Anhäufung von Effekten und harmonischen Kuriositäten, sondern in Einfalt und Natürlichkeit offenbare. Genauso in der Diplomatie: je besser Sie Ihren Gesichtspunkt Ihrem Gegenüber erklären können, desto leichter versteht man sich.

Abschließend möchte ich meinen herzlichsten Dank all denen aussprechen, die diesen Abend möglich gemacht haben – und allen voran dem Sponsor Gazprom Germania GmbH.

Ich bin fest davon überzeugt, dass das heutige Konzert Ihnen unvergessliche Augenblicke schenken wird, in denen Sie mit wunderschöner Musik und Meisterleistung großartiger Musiker in Berührung kommen können.

Ich wünsche allen einen angenehmen Abend. Nochmals herzliche Glückwünsche zum Diplomatentag.  

 

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