Ansprache des Botschafters Wladimir Grinin vor dem Konzert von Berliner Symphoniker

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Liebe Kolleginnen und Kollegen

recht herzlich begrüße ich alle Musikfreunde, die heute in der Russischen Botschaft zusammengekommen sind.

In voller Blüte der goldenen Herbstzeit in Berlin werden im heutigen Konzert in der Darbietung der glanzvollen Berliner Symphoniker unter der Leitung von Lior Shambadal Werke erklingen, die entsprechenderweise eine goldene Palette der russischen und deutschen Musikkultur auf eine faszinierende Weise wiedergeben: von der klassischen und berühmten Symphonie Nr. 3 von Ludwig van Beethoven und der Ouvertüre zur Oper „Ruslan und Lyudmyla“ von Mikhail Glinka bis hin zur „Steppenskitze aus Mittelasien“ von Alexander Borodin, die eher weniger bekannte, asiatische Klänge Russlands präsentiert. 

Das heutige Konzert der Berliner Symphoniker ist ein Zeugnis dafür, dass Russen und Deutsche sich füreinander interessieren und miteinander sympathisieren. Durch die Begegnung mit der Kultur eines anderen Landes kommen wir stets auch mit der Seele des jeweiligen Volkes in Berührung und werden dadurch einander einen Schritt näher.

Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass wir diesen weltberühmten deutschen Klangkörper gerade in seiner 50. Jubiläumssaison für einen Auftritt in der Botschaft gewinnen konnten. Hiermit möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um allen Musikern, Angehörigen dieses prominenten Orchesters und dem Trägerverein, aber auch persönlich dem langjährigen Intendanten, Herrn Jochen Thärichen, der heute aus gesundheitlichen Gründen leider abwesend ist und dem wir alles Gute wünschen, zu diesem goldenen Jubiläum zu gratulieren.

1966 wurden in Berlin-West die Berliner Symphoniker (damals Symphonisches Orchester Berlin genannt) gegründet. Seitdem ist dieses Kollektiv von der musikalischen Landschaft Berlins und sogar ganz Deutschlands nicht wegzudenken. Alle hier Anwesenden können das mit Sicherheit bestätigen.

Der Chefdirigent, Maestro Lior Shambadal, der die Berliner Symphoniker seit fast 20 Jahren leitet, weiß die russische Musiktradition hoch zu schätzen. Daher gibt es im Repertoire seines Orchesters, das sich als Bewahrer der besten deutschen Klangtradition präsentiert, eine erhebliche Zahl der Werke der russischen Komponisten. Darüber hinaus vertreten das Orchester und dessen Führung die Meinung, dass die Musik von anderen Völkern von Musikern aus jeweiligen Ländern interpretiert werden muss. Auch heute sind auf dieser Bühne Musikerinnen und Musiker mit russischen Wurzeln dabei.

Als Vertreter Russlands in Deutschland bin ich sehr froh, dass der kulturelle Bereich in den deutsch-russischen Beziehungen weiter an Bedeutung gewinnt. In schwierigen Zeiten wie diese, wenn der internationale politische Dialog schwer belastet ist, bleibt die Kultur eine der wenigen Brücken, die zur Völkerverständigung beitragen. Wir müssen aus diesem Grunde diese traditionsreichen bilateralen kulturellen und intellektuellen Bande pflegen und weiterentwickeln.

Im Rahmen des deutsch-russischen Kulturprogramms stehen uns viele weitere Events bevor: verschiedene Ausstellungen, Gastspielreisen, Theateraustausch und vieles mehr. Dazu zählen zum Beispiel die einmalige Exposition über die Dichter Rilke und Tswetajewa im Jahr 2017, Auftritt der „Komischen Oper Berlin“ in Moskau im Mai 2017 im Rahmen des 25. Internationalen Tschekhow-Theaterfestivals, historische Ausstellung in Moskau zum 100. Jahrestag der Weimarer Republik im Jahr 2018, Kulturaustausch zum 200. Geburtstag vom großen russischen Schriftsteller Turgenew und zum 100. Geburtstag von Solschenizyn im Jahr 2018. In der Planung für 2020 sind Gastspielreisen vom Bolshoi-Theater in Deutschland sowie von klassischen deutschen Theatern in Russland und viele andere Veranstaltungen. Ganz zu schweigen von hunderten kleinen aber wichtigen Projekten auf der Gemeinde- und Landesebene, die von privaten Trägern organisiert werden.

Abschließend möchte ich mich gern bei dem Sponsor des heutigen Abends bedanken – GAZPROM Germania, mit dessen freundlicher Unterstützung diese musikalische Veranstaltung durchgeführt wird.

Ich wünsche allen Gästen eine spannende Begegnung mit der wunderschönen Musik und der Interpretationskunst großer Meister.

Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.

 

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