Deutsche Unternehmen investieren vermehrt in Russland

Deutsche Unternehmen haben im 1. Halbjahr 2016 bereits fast so viel in Russland investiert, wie im gesamten Jahr 2015.

Der deutschen Bundesbank zufolge lagen die deutschen Direktinvestitionen in der Russischen Föderation im ersten Halbjahr 2016 bei 1,73 Milliarden Euro. Im gesamten Jahr 2015 betrugen sie 1,78 Milliarden Euro. Allein im 2. Quartal 2016 investierten deutsche Unternehmen mit 655 Millionen Euro drei Mal so viel in Russland wie im Vorjahreszeitraum. 

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) sieht darin eine langsame Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in Russland. 

Außerdem beobachtet die AHK, dass sich die russischen Offiziellen vermehrt um ausländische und insbesondere um deutsche Investoren bemühen: „Deutsche Unternehmen investieren im großen Stil, weil der Rubel schwach ist, Regierung und Gouverneure ihnen den roten Teppich ausrollen und umgekehrt immer neue Regelungen zur lokalen Produktion zwingen“, sagt der Vorstandsvorsitzende der AHK Russland, Matthias Schepp. „Es ist eine Politik aus Zuckerbrot und Peitsche, die aus Sicht der russischen Regierung durchaus erfolgreich ist.“

Zwei von vier Sonderinvestitionsverträgen haben deutsche Firmen abgeschlossen

Ein Instrument, ausländischen Unternehmen einen Anreiz für langfristige Investitionen in Russland zu bieten, sind sogenannte Spezinvestkontrakte – Sonderinvestitionsverträge. Den ersten dieser Verträge schloss der deutsche Landmaschinenhersteller Claas im Juni mit dem russischen Industrieministerium ab (zur Pressemeldung der AHK dazu). 

Seit der Entscheidung der russischen Regierung, ausländische Unternehmen verstärkt in den Prozess der Lokalisierung einzubinden, ist die AHK intensiv an den Gesprächen mit dem russischen Ministerium für Industrie und Handel zur Ausgestaltung solcher Verträge und zur Anpassung der Lokalisierungsregeln an die Realität der Unternehmen beteiligt.

Einen weiteren der bislang vier Verträge unterzeichnete der deutsche Maschinenbauer DMG MORI am 30. September auf dem International Investment Forum 2016 in Sotschi mit dem russischen Industrieminister Denis Manturow. Auch Premierminister Dmitrij Medwedew war dabei anwesend. DMG MORI erhält damit in Russland den Status eines „russischen Herstellers“ und ist damit steuerlich russischen Unternehmen gleichgestellt und kann an Staatsaufträgen teilnehmen. 

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer vertritt die Interessen deutscher Unternehmen in Russland, unterstützt russische Unternehmen in ihrer Zusammenarbeit mit Deutschland und hat derzeit über 800 Mitgliedsunternehmen. 

Quelle: AHK

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