Über die Gedenkveranstaltung in Lebus

Am 18. August d.J. fand eine Bestattungszeremonie der Überreste von 38 sowjetischen Soldaten, die in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges ums Leben gekommen sind, und die 2015-2016 im Verlauf der Such- oder Bauarbeiten in Brandenburg entdeckt wurden, auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Lebus (Land Brandenburg) statt.

Die Begrüßungsrede hielt Präsident des Landtages a.D., Landesvorsitzender des Volksbundes in Brandenburg Herr Gunter Fritsch. Er bedankte sich bei allen verantwortlichen Personen für das hohe Niveau der Vorbereitung und des Arrangements dieser feierlich-trauerlichen Veranstaltung, und bemerkte dabei die außerordentliche Wichtigkeit solcher Aktionen hinsichtlich der Gedenkensbewahrung an Kriegsschrecknisse und Heldentaten unserer Vorfahrer. Die Gedenkansprache hielt Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland Wladimir M. Grinin. Nach seinem Worten, diesen 38 sowjetischen Soldaten das letzte Geleit gebend, verneigen wir uns gleichzeitig vor dem Andenken aller, die unter Einsatz ihres Lebens für unsere Gegenwart und Zukunft gekämpft hat, die für unsere gemeinsame Chance auf Frieden und Freiheit mit eigenem Leben bezahlt haben. Andere offizielle Gäste der Zeremonie – Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung Herr Markus Grübel und Direktor des Amts Lebus Heiko Friedemann – sprachen die Teilnehmer der Veranstaltung auch an.

Das Programm der Veranstaltung sah einen orthodoxen Gottesdienst vor. Vertreter der Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche Erzpriester Georgij verrichtete ein Friedensgebet und segnete die Gräber der Gefallenen. Danach legten offizielle Persönlichkeiten und Vertreter der gesellschaftlichen Organisationen Kränze und Blumen zum Gedenken an die Opfer des blutigen Krieges nieder. Die musikalische Umrahmung wurde durch Orchester des brandenburgischen Ministeriums des Inneren realisiert.

Soldaten des 90. Suchbataillons der Streitkräfte der Russischen Föderation, die sich jetzt in Deutschland mit einem traditionellen Arbeitsbesuch befinden, sowie Soldaten der Bundeswehr nahmen an der Zeremonie teil. In Rahmen des bilateralen Projekts betätigen sich Soldaten aus Russland und Deutschland jährlich gemeinsam bei Sucharbeiten und Gedenkveranstaltungen in beiden Ländern. Am 23. August d.J. findet unter ihrer Teilnahme eine Zeremonie der feierlichen Bestattung der Gebeine der 71 deutschen Soldaten, die in Kämpfen im April 1945 ums Leben kamen, auf dem Ehrenfriedhof in Halbe (Brandenburg) statt.

Der feierlich-trauerlichen Veranstaltung gingen umfassende Sanierungsarbeiten voran. Auf Kosten der deutschen Seite wurden zahlreiche überalterte Bäume entfernt, Gehwege erneuert und neue Gehölze gepflanzt. Dadurch gelang es die Bestattungskapazität des Friedhofes zu erweitern, die sich in nächster Zeit durch jährlichen Zubettungen gefallener sowjetischer Soldaten erschöpfen könnte. Außerdem wurden drei Wände für die Anbringung zusätzlicher Gedenktafeln mit Namen von Rotarmisten errichtet, die nachträglich ermittelt werden können. Dabei wurden im Jahr 2010 der Rondell und Zentralobelisk des Friedhofes mit Unterstützung der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland saniert.

Der sowjetische Ehrenfriedhof in Lebus ist seit 1994 die Zentrale Kriegsgräberstätte, die für die Beisetzung der sowjetischen Soldaten genutzt wird, die im Zweiten Weltkrieg auf dem Territorium des Landes Brandenburg gefallen sind und die noch heute gefunden werden. Bisher haben auf dem 7200 qm großen Friedhof etwa 5000 bekannte und unbekannte Rotarmisten ihre letzte Ruhestätte gefunden.

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