Die Ansprache des Botschafters Wladimir Grinin auf der Presentation der Ausstellung im Russischen Haus

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank, dass Sie heute Abend  nach einer intensiven Arbeitswoche  sich Zeit genommen haben und ins Russische Haus in Berlin gekommen sind. Die Gäste der heutigen Veranstaltung haben nicht nur  eine seltene Möglichkeit, sich  mit der echten  urwüchsigen Kunst vertraut zu machen, sondern auch die jahrhundertelangen kulturell-historischen Verbindungen zwischen Russland und Deutschland in Erinnerung zu rufen. Es geht dabei in der Tat um einzigartige Verbindungen, die sich letzten Endes in dem verkörpert haben, was man in gewissem Sinne als Verwandschaft bezeichnen kann.

„Rendezvous mit Russland“, so würde ich die beiden Expositionen benennen, mit denen wir uns heute bekannt machen werden. Eine davon, die die Kunstwerke des renomierten russischen Malers Sergej Onutschkin präsentiert, stellt eine wahre Wiederspiegelung dessen dar, was viele Philosophen oder Völkerkundespezialisten als „Geheimnis der russischen Seele“ bezeichnet haben.

Sergej Onutschkin, den ich hier nochmals recht herzlich persönlich begrüßen möchte, gehört zu derjenigen  Plejade von Malern, die Ihren Weg in der Kunst von der Kindheit an durch hartes Lernen, Mühe und  Fleiß angebahnt und sich untrennbar mit der Geschichte, Natur und der Volkstümlichkeit    Russlands identifiziert haben.

Eine ausgezeichnete künstlerische Ausbildung in der Heimatstadt Samara und das daran gefolgte  Studium an der Kunstakademie in Moskau unter der Leitung des weltberühmten Malers Glasunow in Verbindung mit zahlreichen Reisen durch Russland haben eine Grundlage für diese künstlerische Identität geschaffen.

Das kann man sehr anschaulich in der Exposition „Rus und der malerische Ort Ust-Zilma“ sehen, die die Geschichte und Kultur, die Lebensweise im traditionsreichen Russland widerspiegelt. Der Künstler zeigt die Einwohner von Ust-Zilma, die diese Traditionen ihrer Vorfahren nicht nur sorgfältig pflegen, sondern auch weiterentwickeln.

Der andere Teil der Ausstellung ist der Epoche der Russischen Zarin Katarina der Zweiten gewidmet und  stellt Kopien von hochwertigen Gemäldern aus einer sehr bekannten Sammlung  alter russischer Maler aus dem 18. Jahrhundert wie Rokotow, Lewitzkij, Bonne u.a. dar. Diese Werke    sind  im  Zerbst-Schloss   im Rahmen eines langfristigen deutsch-russischen Projektes  mit dem Staatlichen Historischen Museum Russlands zu Hause. Ich danke in diesem Zusammenhang dem hier anwesenden  Bürgermeister der Stadt Zerbst Herrn Dittmann für seine Unterstützung und sein persönliches unermüdliches Engagement bei der Stärkung der russisch-deutschen Zusammenarbeit, das man als anschauliches und ausdrückliches  Beispiel der Volksdiplomatie bezeichnen kann.

Die 250 Jahre alte Geschichte von  Katarina der Großen, der Russischen Zarin aus dem deutschen Zerbst, ist ein gewichtiger Befund für die von mir bereits erwähnten engen kulturell-historischen Verbindungen, Verflechtungen und Verwandschaften, die Russen und Deutsche über Jahrhunderte miteinander verknüpfen. Es ist mir eine große Freude, dass dieses Kapitel  unserer gemeinsamen Geschichte durch die Eröffnung der  heutigen Ausstellungen im Russischen Haus ganz besonders zur Geltung gebracht wird. Ich kann nicht ausschließen, dass eben der innere Geist, die Stimme der Voreltern uns alle dazu bewegt hat, das gerade in der heutigen  unruhigen Zeit zu machen. Möge die Kunst, die bildende Kunst uns den gemeinsamen Weg zu mehr Verständigung und Vertrauen  in unseren freundschaftlichen Beziehungen, zu mehr Vernunft ebnen!

Hiermit erkläre ich die Ausstellungen für eröffnet und lade alle herzlichst  zur Besichtigung von schönen Werken, zu einem  „Rendezvous mit Russland “ ein.

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