Wolfgang Völckel, Pößneck

Russland hat in Syrien entschlossen gehandelt, hat ein Zeichen gesetzt! Es hat sich daraus in enger Kooperation „der beiden Großen Brüder“ eine positive Entwicklung in diesem geschundenen Land ergeben. Die Weichen wurden in Richtung Waffenstillstand und Sieg über „die Saat des Bösen“ gestellt. Mögen alle Akteure daraus lernen, was man tun kann und was nicht und sich schließlich wieder Frieden in neuer Ordnung in diesem Raum einstellt.

Die Menschen und ihre Völker haben ein Recht auf ihre eigene Kultur und deren Weiterentwicklung. Notwendige Veränderung sind ein Teil unseres Lebens und müssen sich in den großen Organismus einfügen. Nur das hat Bestand und eine Zukunft. Nur in der Balance der Kräfte und der gegenseitigen Akzeptanz der verschiedenen Kulturen erleben wir das, was wir gesund und gutes Leben nennen. Dies scheint gegenwärtig leider an einigen Stellen unserer Welt völlig aus den Fugen geraten zu sein bzw. wird als schwere Störung manifest und muss wieder den Weg zur Heilung finden.

Nur eine große Macht mit viel Verständnis, Geduld und Perspektive wird dabei helfen können und entscheidend sein. In Russland mit seiner Größe, seinen Völkern und einer für seine Menschen teils sehr leidvollen Geschichte sehe ich eine solche Kraft. Russland hat in seiner eigenen Entwicklung selbst viel gelitten, musste schmerzliche Phasen immer wieder durchstehen und musste sich davon wieder erholen. Daraus hat sich ein starker Glaube und eine Kraft gebende „tiefe russische Seele“ entwickelt, wie es immer wieder heißt.

Es spricht in diesem Zusammenhang für sich, dass gegenwärtig nicht nur Sie als Präsident, sondern auch Ihr Russland immer wieder nicht nur im politischen Handeln, sondern auch allgemein in der Betrachtung seiner Geschichte, seiner Realitäten interessant sind und öffentlich im Mittelpunkt stehen. Gerade waren wieder bei uns im Fernsehen auf Arte zwei russische Themenabende bezüglich seiner Geschichte, seiner Kirche und seines Glaubens.

Russland ist nicht nur riesig in seiner Ausdehnung, sondern auch durch seine verschiedenen Völker ein ganz entscheidender Faktor in der Entwicklung zu dem, was ich „Eurasischen Gürtel“ nenne. Es wird nicht leicht sein, die verschiedenen Völker und Kulturen Eurasiens im Verständnis für einander zu einem großen Organismus zusammenzubringen, der Frieden und Wohlstand für alle Beteiligten aufbaut und sichert. Wer sollte es aber denn sonst tun und einen solchen Prozess in Gang bringen, wenn nicht dieses Russland, das hier das größte Land ist und Europa und Asien miteinander verbindet?

Was haben wir aber sonst für eine Alternative für uns als Menschen auf dieser Welt? Das gegenwärtige Abschlachten und die Selbstzerstörung von Menschen in der Hoffnung auf eine Nähe zu Allah und 72 Jungfrauen kann doch kein realistisches Ziel sein, sondern nur Dummenfang und Missbrauch von verständlicher menschlicher Hoffnung auf ein besseres Leben. Was wäre das für ein Gott, dem solche Gewalt gefiele?

Gerade im Ausflug in die russische Geschichte zeigte sich am Beispiel vom „Iwan, dem Schrecklichen“, einerseits ein großer Geist und wichtig für große Veränderungen in Ihrem Land, anderseits stand hinter dem „Schrecklichen“ eine früh geschundene Seele. Genauso kann der Gutes Tun, der selbst Gutes erfahren hat. Ich weiß, es ist nicht leicht, in einem solchen großen Zusammenhang mit großer Verantwortung die richtige Balance zu finden.

Ich möchte Russland hier nicht idealisieren und zu hohen Erwartungen aussetzen, denn schließlich kann sich nur entwickeln was die Natur der Dinge erlaubt und die Menschen bereit sind einzusehen und mitzugestalten. Aber ich denke, wir sind in einer Zeit, wo sich die Gelegenheit für wichtige Veränderungen bietet und die Menschen auch im Positiven aufeinander zugehen und etwas zum Wohle der Menschheit tun können.

Ich habe noch ein paar Bilder von meinem Besuch kürzlich in Potsdam beigefügt. Auf unserer Exkursion zum Belvedere auf dem Pfingstberg kamen wir an der Russisch-Orthodoxen Kirche vorbei, gebaut vom hl. Fürsten Alexander Newskij, als ein Denkmal für Russisch- Preußische Freundschaft. Es sind nur kleine Zeichen, aber sie zeigen bleibend Wirkung und wir sollten uns der damit verbundenen Geschichte bewusst sein. Ich habe in der Kirche in Gedanken an das mögliche Projekt eines friedlichen Zusammenschlusses Eurasiens eine Kerze angezündet  Der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt!

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