Briefe an die russische Botschaft

In diesen turbulenten Zeiten bekommt die Botschaft viele Briefe mit den Worten der Unterstützung. Wir wissen das hochzuschätzen, obwohl nicht alle davon rechtzeitig beantworten können. Einige davon präsentieren wir heute:
Thomas Virgil:
„Als erstes möchte Ich Ihnen und Ihrem Land mein tiefes Mitgefühl für die Opfer der Flugzeugkatastrophe beim Absturz des Airbus A321 übermitteln.
Diese Menschen wurden ebenso Opfer eines bestialischen Terrorismus wie die vielen unschuldigen Menschen in Paris!
Zu meinem Bedauern, wie auch vieler meiner Bekannten, wurde zwar weltweit der französischen Opfer gedacht, aber nicht der russischen.
Glauben Sie mir bitte, dass viele Menschen das hier anders sehen und auch zu Ihnen stehen!
Ganz aktuell bedauere ich ebenso das Schicksal der Besatzung des von der Türkei abgeschossenen Kampfflugzeuges. Aus meiner Sicht war der Abschuss in keiner Weise gerechtfertigt.
Die Beweggründe der türkischen Armeeführung lassen da sicherlich Raum für beunruhigende Spekulationen…
Mit großer Hoffnung habe ich aktuell die Annäherung Russlands mit den westlichen Ländern verfolgt, die eine Allianz gegen den IS-Terror zum Ziel haben können.
Ich hoffe inständig, dass ein unzuverlässiger Nato-Partner wie die Türkei dies nicht erfolgreich sabotieren kann! […]
Die größte Bedrohung der zivilisierten Welt stellt nun ein globaler islamistischer Terror dar, der wohl nur mit einem Schulterschluss der Weltmächte bekämpft werden kann. Leider wird im Westen endlos gezaudert und gezögert und somit wertvolle Zeit vergeudet. Der Zusammenschluss von Frankreich und Russland lässt dabei nun auf einen Durchbruch hoffen. Präsident Putin ist ein entschlossener Politiker, der die Interessen seines Landes durchsetzt. Solche Persönlichkeiten braucht eine Allianz gegen den IS dringend um erfolgreich zu sein. 

Bitte lassen Sie es in unser aller Interesse nicht zu, dass die Türkei dies durch eine verantwortungslose Tat erfolgreich torpedieren kann!“

Stephan Weber, im Namen der Volkspartei:

„Mit großer Sorge und tiefem Bedauern haben wir heute den Abschuss eines Flugzeuges der Russischen Luftwaffe an der Syrisch-Türkisch Grenze zur Kenntnis nehmen müssen.

Gemeinsam mit Ihnen trauern wir um den gefallenen Piloten und sorgen uns um das Wohl des noch immer vermissten Piloten. Der gezielte Abschuss eines Flugzeuges in Friedenszeiten, lediglich aufgrund einer vermeintlichen Luftraumverletzung, ist absolut unverhältnismäßig. Wir bedauern und verurteilen diese unnötige Handlung der türkischen Streitkräfte. Das Vorgehen sendet ein trauriges Signal kopfloser Panik und Aggressivität. Beides sind Eigenschaften, welche dem Anspruch der internationalen Politik an Besonnenheit und Verständigung nicht gerecht werden. Wir fordern die Türkei zu einer sofortigen Kehrtwende ihrer aktuellen Außenpolitik auf. Die indirekte Unterstützung des IS ist nicht hinnehmbar!
Ebenso verlangen wir, dass die anderen NATO-Staaten ihrer Verantwortung gerecht werden, um derartige Vorfälle nie wieder Vorkommen zu lassen. Der Vorfall muss lückenlos ohne Rücksicht auf politische Befindlichkeiten aufgeklärt werden. Die verantwortlichen militärischen und politischen Entscheidungsträger müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Wir wünschen und hoffen, dass die russische Regierung auch weiterhin die Besonnenheit der letzten Jahre zeigt. Bitte lassen Sie sich nicht von Kriegstreibern zu einer Eskalation der Situation verleiten […] Die Nato und Russland dürfen sich nicht durch einige wenige Provokateure in den eigenen Reihen zu einer Feindschaft treiben lassen. Mehr denn je müssen jetzt Zusammenhalt und Zusammenarbeit gefördert werden. Nur so kann die Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit gelingen“.

Elisabeth Hüttenhofer:

„aus den Medien entnehme ich, dass es nun Gewissheit darüber gibt, dass der Flug­zeugabsturz über dem Sinai mit unfassbaren 224 Toten Folge eines Terroranschlags war.

Nach den furchtbaren Anschlägen in Paris, um deren Opfer so eindrucksvoll getrau­ert wurde und wird – etwas Vergleichbares gab es für die russischen Opfer meines Wissens hier bisher leider nicht – ist es mir ein großes Bedürfnis, Ihnen als Vertreter Russlands und damit den Angehörigen der Absturzopfer meine tief empfundene An­teilnahme auszudrücken. Meine Gedanken sind bei jeder russischen Mutter, jedem Vater, den Großeltern, den Schwestern und Brüdern. Welch unermessliches Leid.

Mein Vater hat immer voller Hochachtung von den wunderbaren russischen Men­schen gesprochen Es wäre auch in seinem Sinn, dass ich Ihnen heute schreibe.

Es grüßt Sie aus Bayern eine Mutter von vier erwachsenen Kindern mit dem Wunsch nach Frieden und Freundschaft“.

Renate Schuhmacher (parteilos):

„Ich bin empört über das Verhalten der Türkei.

In einer Zeit, in der alle Zusammenarbeiten wollen, um die Pest IS zu eliminieren, zeigt die Türkei einmal mehr ihre Janus- Köpfigkeit. Insgeheim sympathisiert sie mit dem IS, kauft das öl, erlaubt die Transportwege, und man kann auch erwarten, dass die Pläne der Alliierten an den TS verraten werden.

Sie haben einen guten Geheimdienst. Decken Sie einmal schonungs­los die Hinterhältigkeit der Türkei auf“.

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