Ansprache des Botschafters Wldimir grinin anlässlich des 70. Jahrestages der Einweihung des sowjetischen Mahnmals im Tiergarten

Sehr geehrte Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges,

Sehr geehrte Kollegen,

Liebe Gäste, Freunde,

Ich danke allen Anwesednen dafür, dass Sie Zeit gefunden haben, um mit uns diesen denkwürdigen Tag zu begehen. Heute vor 70 Jahren wurde das erste in Berlin Ehrenmal für sowjetische Soldaten und Offiziere eröffnet, die im Großen Vaterländischen Krieg umgekommen waren. Dies ist ein monumentaler Komplex, der in nur drei Monaten nach einem Entwurf von Bildhauern Lew Kerbel und Wladimir Zigal sowie Architekt Nikolaj Sergejewskij erbaut wurde, ist eine Verehrung der Geisteskraft, einer ungebeugten Tapferkeit und felsenharten Entschiedenheit von sowjetischen Kämpfern, die das allerwertvollste Gut  – ihre eigenen Leben – für die Freiheit ihrer Heimat, für die Befreiung der ganzen Welt von der menschenverachtenden Ideologie aufgeopfert haben.

Jedes Element dieses Mahnmals, jedes Detail sind höchst symbolisch. Die auf den Postamenten stehenden Panzer T-34, eine Störungs-  und Schonungslose Waffe der sowjetischen Streitkräfte – stoppten die Offensive der Faschisten und ebneten den Weg hin zum Sieg im Großen Vaterländischen Krieg. Das Ende seiner letzten Schlacht  – der Schlacht um Berlin – wurde durch Schüsse gekennzeichnet, die mit zwei daneben Stehenden Geschützen abgefeuert wurden. In die steinernen Sarkophage wurden mit goldenen Buchstaben die Namen der Helden der Sowjetunion gemeißelt, die nur wenige Tage vor dem langersehnten Sieg starben. Sie kämpften bis zum letzten Atemzug und erfüllten die Pflicht gegenüber ihrer Heimat. Zur Erinnerung an jeden der Gefallenen wurden hinter der Säulenreihe zwei Springbrunnen errichtet. Sie symbolisieren die Bluttropfen, die die brennende Kriegslandschaft berieselten und die Tränen der Angehörigen und Nächsten der Gefallenen. Dieses Ehrenmal ist ein Symbol des Stolzes und der Trauer, des Sieges und der bitteren Verluste.

In diesem Jahr finden auf der ganzen Welt feierliche Veranstaltungen anlässlich des 70. Jahrestages der Beendigung des 2. Weltkriegs statt, des brutalsten Krieges in der Geschichte der Menschheit. Diese Katastrophe traf die meisten Bewohner unseres Planeten, aber ihr Nachklang rückt immer weiter in die Vergangenheit. Nämlich das wollten unsere Väter und Großväter – sie wollten, dass die kommenden Generationen in Frieden und Harmonie zusammenleben und nie mit den Schrecken des Krieges konfrontieren. Aber die Erinnerung an die Heldentat ist unsterblich. Unsere heilige Pflicht, die Pflicht von allen Menschen ist es, das Andenken an die Gefallenen zu wahren und zu verehren. Jegliche Versuche, die historische Wahrheit zu verfälschen, Akzente bei der Einschätzung konkreter Ereignisse in der Vergangenheit zu verschieben, geschweige denn sie in die Vergessenheit zu zerren, sind unzulässig. Diese Versuche sind schon deshalb schädlich, weil sie unvermeidlich akute gesellschaftliche Widersprüche, eine offene Aggression und Verhöhnung der ewigen Werte auslösen. Als Beispiel dafür gelten vereinzelte Vandalismusfälle, die eine gründliche Untersuchung und Bestrafund der Verantwortlichen fordern.

Zugleich wird die Fürsorge für alle Kriegsgräber auf dem deutschen Boden von uns in einem engen Kontakt mit den Behörden Deutschlands betrieben. Im Vorfeld des 70. Jahrestages des Sieges wurde die Sanierung des Mahnmals in Tiergarten aus öffentlicher Hand finanziert. Wir betrachten das als einen Beweis für ein verantwortungsbewusstes und gewissenhaftes Herangehen  der deutschen Partner an die Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen, al seine Wiederspiegelung von humanitären Vorstellungen in ihrem Bewusstsein. In diesem Zusammenhang möchte ich meine ganz besonderen Dankesworte an große deutsche gesellschaftliche Organisationen richten, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der historischen Erinnerungskultur leisten. Einen besonderen Dank gilt für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Abschließend möchte ich auf ein weiteres Symbol hinweisen. Der über dem Ehrenmal emporragende sowjetische Soldat trägt sein Gewehr auf der Schulter. Er kam nach Berlin nicht als Herrscher, sondern als Befreier. Die Grundlage für unser gemeinsames Wohlergehen  ist eine friedliche Koexistenz der Völker ohne Konflikte und Kriege, ohne Gewalt und Blutergießen, in einem Dialog auf einer Augenhöhe. Das gilt insbesondere für die heutige schwierige Zeit. Russland ist fest entschlossen,  dafür alles mögliche zu machen.

Ich danke Ihnen.

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