Independent: Russlands Einmischung in Syrien für alle vorteilhaft

Eines der größten Probleme, das die Beilegung bzw. Deeskalation der Krise in Syrien verhindert, besteht darin, dass die Seiten stark genug sind, um ihre Stellungen zu verteidigen, jedoch zu schwach, um den Rivalen zu bekämpfen, wie Patrick Cockburn, Nahost-Experte der britischen Zeitung „The Independent“, schreibt.

Laut dem Experten kann Moskaus Intervention ein positives Ergebnis haben und das Geschehen sowie die Verbündeten beeinflussen.

„Russland sollte besser vollständig in die Geschehnisse in Syrien einbezogen werden, statt am Rande zu bleiben. Damit könnte die seit langem verlorene Kontrolle über die Lage wiedererlangt werden. Russland kann Assad an der Macht halten, doch das bedeutet auch, dass es seine Handlungen beeinflussen und ihn zur Gewaltminderung, lokalen Waffenstillständen und zur Übergabe der Macht an die Regionen bewegen kann“.

Ihm zufolge ist die Tatsache absurd, dass Washington und seine Verbündeten die Syrien-Krise nur vom Gesichtspunkt des Rücktritts Assads betrachten, weil dies zum Zerfall des Staates führen wird, wie es im Irak und in Libyen der Fall war, oder zu kleineren Folgen, doch vor dem Hintergrund eines andauernden Bürgerkriegs.

Der Zerfall der Sowjetunion 1991 zerstörte das globale Kräfteverhältnis, was für den Nahen Osten und Nordafrika neue Kriege bedeutete. Die Einmischung der USA habe im Einsetzen von Marionettenregimes bestanden. David Cameron und Nicolas Sarkozy begrüßten den Sturz Gaddafis, doch es sei ihnen egal gewesen, als Libyen in Anarchie und Kriminalität versank, so der Experte.Heute erschüttern Syrien etliche Konflikte — unter Teilnahme von inneren und äußeren Akteuren an mehreren Fronten. Der Konflikt zwischen Assad und den Aufständischen geht einher mit der Konfrontation zwischen Schiiten und Sunniten, Kurden und Arabern und Türken, des „Islamischen Staates“ mit allen Seiten, Irans mit Saudi-Arabien, Russlands mit den USA. Die westlichen Länder rechneten damit, dass Assad 2011/2012 zurücktrete, als es jedoch dazu nicht gekommen sei, fanden sie keine neue Strategie.

Der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ müsse auf der Unterstützung bzw. mindestens auf Gesprächen mit den Kräften basieren, die gegen die radikalen Dschihadisten kämpfen, so Cockburn. Dem Experten zufolge müssen Russland und der Iran in die Gespräche über die Zukunft Syriens einbezogen werden. Assad bleibt derweil an der Macht, doch seine Truppen müssten die Bombenangriffe auf zivile Objekte der Opposition stoppen.Die Türkei, der Iran, Saudi-Arabien und die Golf-Monarchien steuern die syrischen Gruppierungen, doch für sie ist der eigene Sieg wichtiger als die Aufrechterhaltung Syriens als Staat. Auf einen Kompromiss werden sie erst unter dem Druck Washingtons und Moskaus eingehen.

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