Bernd Tradel, Dessau-Rosslau

Lieber Wladimir Michailowitsch Grinin,
liebe russische Freunde,

vor 70 Jahre hat Euer Land einen großen Sieg über das faschistische Deutschland errungen, ein Sieg, der bei vielen Menschen von Russland schmerzvolle Erinnerungen und Leid hinterlassen hat und sich tief in das Gedächtnis eingebrannt hat. Wenn ihr heute diesen Sieg feiern könnt, dann sicherlich auch mit dem großen Wunsch, daß Euer Land von so eine Verbrechen verschont bleibt und Mahnung für alle Menschen dieser Welt sein mag.

Es ist mir ein Bedürfnis Euch zu diesem Sieg recht herzlich zu gratulieren.

Für mich ist es unverständlich heute registrieren zu müssen, welche Politik von Seiten der BRD gegen Euer Land betrieben wird, stehen wir doch in Euer Schuld. Die Absage der Kanzlerin zur Teilnahme an der Siegesfeier in Moskau ist nicht nur ein diplomatischer Affront, sondern eine Beleidigung der Menschen, die für Befreiung unseres Landes vom Hitlerfaschismus auf grausame Weise ihr Leben gelassen haben. Dass die Kanzlerin am 10. Mai dann einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten ablegen will, macht die ganze Sache nicht viel besser. So darf man als Vertreterin des Landes, daß den Zweiten Weltkrieg vom Zaun gebrochen hat, nicht mit Eurem Volk umgehen, dass die Hauptlast dieses Krieges zu tragen hatte.

Eigentlich würde es der BRD gut zu Gesicht stehen, wenn unsere gesamte Politik von Demut und Dank Ihnen gegenüber gekennzeichnet wäre und wir gemeinsam als Freunde die Vergangenheit bewältigen können, zum Wohle beider Völker.

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