Dora Semper, Berlin

Gern erinnere ich mich an die Freundschaftstreffen mit jungen Sowjetsoldaten, die sich immer bescheiden und zurückhaltend verhielten oder an die Begegnungen mit Kriegsveteranen, die wir herzlich am Berliner Ostbahnhof empfingen und wir fröhliche Stunden gemeinsam verbrachten.
Mit unseren Kindern und später mit den Enkelkindern sind wir stets am 8. Mai zum Sowjetischen Ehrenmal nach Treptow spaziert. Wenn wir Besuch von Freunden und Verwandten hatten, gehörte das Sowjetisch Ehrenmal in Treptow immer zum Berlin-Programm dazu.
Am 8.Mai werden mein Mann und ich dort sein, um Blumen nieder zu legen und uns in Dankbarkeit verbeugen.
Als 1994 die russischen Soldaten in Karlshorst verabschiedet wurden, war ich dabei und musste weinen.
Die Verabschiedung fand ich würdelos und unangemessen der Heldentaten, die vollbracht wurden.
Bis heute wird von den Politikern die Bedeutung der Befreiung von Faschismus zu wenig Beachtung geschenkt.
Ich wünsche mir, dass das kleinkarierte Denken und Handeln einiger europäischer Politiker und die damit verbundenen Sanktionen ein Ende finden, sich Beziehungen zu Russland wieder normalisieren.

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