Ansprache des Botschafters Wladimir Grinin vor dem Konzert des Mariinski-Orchesters unter der Leitung von Walerij Gergiew

Sehr geehrter Maestro Gergiew,

Exzellenzen,

Meine Damen und Herren,

liebe Freunde!

Mit Freude begrüße ich alle Gäste der diplomatischen Mission Russlands Unter den Linden zum Konzert eines legendären russischen Künstlerensembles – des Orchesters des Mariinskij-Theaters unter der Leitung eines der bekanntesten Musiker Russlands und der ganzen Welt – Herrn Maestro Gergiew.

Dass Maestro Gergiew in seinem außerordentlich dichten Konzertplan ein Zeitfenster für diesen Musikabend in unserer Botschaft gefunden hat, ist für uns eine große Ehre und ein unermessliches Glück. Sicher wird das heutige Konzert auch für Sie, unsere Gäste, zu einem unvergesslichen Musikerlebnis werden.

Das Mariinskij-Theater in Sankt Petersburg, das nach Maximiliane Wilhelmina Augusta Sophie Marie von Hessen genannt wurde, die in Russland als Kaiserin Maria Alexanderowna, Gattin des Kaisers Alexander II. bekannt ist, ist ein hoch angesehener Tempel der Kunst, der auf tiefgreifende Tradition zurückblickt.

Heute gilt es zu Recht als eines der weltweit besten Musiktheater. Neben dem Bolschoj ist das Mariinskij zu Recht Russlands Markenzeichen, seine Visitenkarte für die ganze Welt.

Schon seit 25 Jahren ist das Mariinskij-Theater vom Namen seines hervorragenden Leiters, Maestro Gergiew, nicht zu trennen.

Igor Strawinski meinte, bei dem Dirigenten handle es sich um die einzige Visualisierung der Musik. Walerij Gergiew gehört zu einigen wenigen in seinem Beruf, die an ihrem Beispiel beweisen, wie richtig dieser bildhafte Ausdruck des großen Komponisten ist.

Gergiew ist ein Profi, ein Mensch, der über fürwahr unerschöpfliche Gestaltungskraft verfügt, ein unvergleichlicher Künstler und, was noch seltener in einer solchen Kombination vorkommt, ein ausgezeichneter Pädagoge und Organisator.

Der abwechslungsreiche Berufsweg von Walerij Gergiew, sein bedeutender Beitrag zur Entwicklung russischer und internationaler Kulturtraditionen verdienen größte Anerkennung. Nicht zuletzt durch Maestro Gergiew erstrahlten die Sterne von Anna Netrebko, Olga Borodina, Uljana Lopatkina und von vielen vielen anderen mehr am internationalen musikalischen Himmel.

Er ließ sie in den für die ganze russische Kultur schwierigen Zeiten aufsteigen und sich realisieren und, was auch wichtig ist, konnte sie für sein Theater behalten. Für viele junge Musiker gilt er als ein maßgeblicher geistlicher Magnet, als ein Vorbild und Hoffnungsträger für diejenigen, die nach ihrem Weg durch das Leben suchen.

Auch Gergiews Bemühungen um die Popularisierung der musikalischen Kultur möchte ich hervorheben. Im heutigen Russland sind sein Theater und sein Orchester wohl die einzigen Künstlerteams von diesem Niveau, die durch die Städte unseres Landes mit Konzerten, Hunderten Konzerten im Jahr reisen.

Sehr bald werden alle Musikliebhaber Maestro Gergiew öfter in Deutschland sehen und musikalische Werke in seiner Dirigenteninterpretation genießen können. Ab 2015 ist er, wie wir alle wissen, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

Das Stradivari-Ensemble des Mariinskij vereint Musiker, die altertümliche und vom Klang her einmalige Streichinstrumente spielen. Diese stammen aus der Hand  von Geigenbauern aus dem norditalienischen Cremona. Das Ensemble kommt auf Gergiews Initiative zurück. Besetzt ist es mit besten Instrumentalisten, führenden Interpreten des Sinfonieorchesters des Theaters.

Bekannte und von allen geliebte klassische Werke klingen in ihrer Interpretation völlig anders als üblicherweise bei Konzerten. Zu verdanken ist es der reichen Palette der Tonfarben, die den Instrumenten von Amati, Stradivari, Gvarneri, Gvadanini und Gofriller eigen sind.

Abschließend möchte ich meinen Dank an Tatiana Rexroth aussprechen. Sie ist es, die durch ihr organisatorisches Engagement das heutige Konzert in vielerlei Hinsicht möglich gemacht hat. Mein herzlichster Dank gilt natürlich auch unserem Sponsor Gazprom-Germania für seine tatkräftige Unterstützung des Konzerts. Vielen Dank an alle Beteiligten!

Ich bin überzeugt, dass das heutige Konzert zu einem richtigen musikalischen Festmahl wird und uns allen eine unvergessliche musikalische Begegnung schenkt – mit der Musik der großen Komponisten – Petr Tschaikowskij und Richard Strauss – und mit dem Schaffen wundervoller Interpreten und ihrem berühmten Dirigenten.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und gebe das Wort an Tatiana Rexroth weiter.

Unsere Gäste möchte ich nur noch kurz auf die Ausstellung „Das russische Kulturleben im Berlin der 20er Jahre des XX. Jahrhunderts“ aufmerksam machen, die derzeit in der Botschaft gezeigt wird. Alle, die sich diese noch nicht angeschaut haben, sind herzlichst eingeladen, das zu tun. Nur eine Bitte an Sie: Nehmen Sie bitte kein Essen und keine Getränke in die Ausstellungsräume mit.

Комментарии ()