Wolfgang Völckel

Es gibt immer mehr Stimmen, welche die Absichten und das Empfinden Russlands und seiner Partner versuchen zu verstehen. Abwertend werden sie als Putin-Versteher bezeichnet, als ob verstehen etwas Falsches wäre. Nur über das wirkliche Verstehen einer Situation und des Anliegens meines Gegenübers kann es zu einer Verständigung kommen. Soll denn auch Verständigung etwas Falsches sein? Natürlich gibt es unterschiedliche Sichtweisen in der Welt und auch verschiedene Machtzentren, was nun mal Realitäten sind, aber ist es nicht gerade die Herausforderung unserer Zeit, hier einen Weg für gemeinsame Interessen zu finden und darauf basierende Lösungen?

Ich habe die Vorstellung von einer Welt, wo die einzelnen Länder und deren Völker wie die Organe unseres Körpers zum Wohle des ganzen Verbundes Zusammenarbeiten. Nur wenn es den einzelnen Organen gut geht, ist der Körper auch gesund, man fühlt sich wohl. Dafür müssen wir aber auch etwas tun. Das ist eine große Herausforderung für die ganze Menschheit und ihre Anführer. Sind wir doch nicht alle ganz gleich und haben teils sehr unterschiedliche Ziele und Interessen. Aber das ist eben die Aufgabe für Menschen mit Geist und Seele, einen Weg zu finden für das, was uns allen gemeinsam ist und uns verbindet. Mit purem Machtstreben allein kommt man da nicht weiter. Das ist zu einfach. Aber ohne Macht lässt sich eben auch nichts machen!

Wir vergeuden viel unserer Energie, zu viel, indem wir uns gegenseitig behindern, fertig machen, bekriegen anstatt die Kräfte zu bündeln, um große notwendige Projekte gemeinsam anzupacken und zu vollenden, die dem Wohle der Menschheit dienen, unsere Erde retten und damit unsere Lebensbedingungen sichern.

Waffen und Kriege sind out! Wir brauchen intelligentere Lösungen für die Probleme unserer Zeit! Bei uns wünschen sich viele Menschen gute nachbarschaftliche Beziehungen zu Russland. Man muss sich wieder neu kennenlernen, um sich näher zu kommen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Diesen Prozess können nicht nur die Politiker allein übernehmen. Dazu gehört ein sich Kennenlernen auf breiter Ebene. Deutschland und Frankreich haben als ehemalige Feinde eine solche Entwicklung zu einer guten nachbarschaftlichen Beziehung in Freundschaft vollzogen. Warum sollte sich nicht eine ähnliche Entwicklung im Verhältnis von Westeuropa zum Russischen Bären realisieren lassen? Tourismus, Schulpartnerschaften, Städtepartnerschaften haben sich in anderen Beziehungen bereits als geeignete Ebenen dafür bewährt.

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