Interview des Botschafters der Russischen Föderation, Vladimir V.Kotenev, für die Zeitschrift „Diplomatisches Magazin“, 01.Oktober 2008

Sehen Sie einen neuen Kalten Krieg?

Definitiv nicht. Russland sucht keine Konfrontation mit dem Westen, keiner in Russland redet vom „Kalten Krieg“. Russland wird sein Bestes tun, um westliche Politiker, die davon sprechen, anders zu überzeugen. Präsident Medwedew war es, der im Juni dieses Jahres in Berlin die Idee eines euro-atlantischen Raums der Sicherheit von Vancouver bis Wladiwostok vorgebracht hat. Er war es, der bei der Konferenz mit den Botschaftern in Moskau einen Monat später betonte, wir wollen uns für eine positive Agenda der internationalen Beziehungen einsetzen.

Welche Maßnahmen sollte die Welt, in erster Linie die NATO und Russland, treffen, um den Konflikt zu entschärfen und eine Ost-West-Krise zu vermeiden?

Es liegt an unseren Partnern im Westen und in der NATO die Spannung abzubauen. Man muss berücksichtigen, dass die Welt global geworden ist, und Russland ist ein integrierter Bestandteil deren. Es liegt auch im Interesse des Westens, intensive gutnachbarschaftliche Beziehungen mit Russland aufzubauen und aufrechtzuerhalten – Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme beruhen. Wir sind dazu bereit. Wenn man aber jetzt im Westen auf eine Konfrontation hinsteuert, schneidet man sich ins eigene Fleisch. Russland braucht gute Beziehungen zum Westen. Aber der Westen braucht sie nicht weniger.
02.10.2008

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