Ansprache des Botschafters der Russischen Föderation, S.E. Vladimir V. Kotenev anlässlich der Abschlusszeremonie des Schleswig-Holstein Musik Festivals, 31.August 2008

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Frau Ministerialdirektorin,
sehr geehrter Herr Prof. Beck,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

«Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden. Da spricht Seele zu Seele», hat einmal der deutsche Schriftsteller Berthold Auerbach formuliert. Sie ist unser ständiger Begleiter im Glück und Unglück und lässt da, wo die Sprache aufhört, etwas Gestalt annehmen, was in Worten und Ausätzen nicht zu fassen ist.
Musik schlägt Brücken. Ein konkretes Beispiel dafür ist das internationale Musikfestival Schleswig-Holstein, das in diesem Jahr in einer erstaunlich breiten Reihe von diversen konzertanten Veranstaltungen die musikalischen Errungenschaften Russlands präsentierte. Dem internationalen Festivalpublikum wurde das Beste davon vorgeführt, was unser Land, welches sich bekanntlich als eine nahezu unerschöpfliche Quelle von hervorragenden Musikern erweist, zu bieten hat.
Die Bedeutung des Festivals für den Ausbau des gegenwärtigen bilateralen Kulturaustausches wurde durch die gemeinsame Schirmherrschaft des Präsidenten der Russischen Föderation, Herrn Dmitrij Medwedew, und des Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Horst Köhler, einmal mehr unterstrichen.
Musik kann versöhnend sein und verbindend. Eine ungewöhnliche Verbindung entstand, als der weltberühmte Dirigent und wohl der bekannteste Ossete Valery Gergiev mit dem Mariinsky-Orchester kurz nach dem erfolgreichen Auftritt bei dem Musikfestival Schleswig-Holstein in den Trümmern des zerschossenen und ausgebrannten Hauptsstadt Südossetiens Zchinwali ein Konzert gab. Vorgeführt wurde unter anderem die Schostakowitschs Leningrader Sinfonie, die einst für die Eingeschlossenen im Zweiten Weltkrieg geschrieben worden war.
Selbstverständlich konnte dieser mutige Auftritt die vielen Opfer des Völkermordes an Südosseten zum Leben nicht wiedererwecken. Aber für die Hinterbliebenen war es ein eindeutiges Zeichen für die Rückkehr des Lebens in ihre kriegsversehrte Stadt. Diese Botschaft sowie das rechtmäßige Streben der Südosseten nach Normalität, Frieden und Sicherheit strahlten weit in die Welt hinaus. Das wunderbare Konzert wurde von vielen Tränen und Schluchzern begleitet – Musik entlockt den Menschen ihre Trauer. Sie kann heilen.
Heute, wenn die Festivalsaison „Russisch gestimmt“ abgeschlossen wird, möchte ich die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass Musik in Zukunft ausschließlich zum Ausdruck von Freude und Glück dienen wird. Ich wünsche Deutschland, das 2009 im Mittelpunkt des nächsten Musikmarathons in Schleswig-Holstein stehen wird, viel Erfolg und den Festivalbesuchern – große ästhetische und kulturelle Erlebnisse und Offenbarungen!
01.10.2008

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